Feuerlocke76

Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

Artikel von Feuerlocke76 veröffentlicht am 20.06.2010 21:15 Uhr

Ein Sommertag, wie mit Wasserfarben gemalt.
Gerade eben noch hatte es geregnet. Tränen des Himmels?
Jetzt fallen sanfte Sonnenstrahlen durch die Bäume, Wasserdampf steigt vom Boden des Friedhofes auf.
Im Hintergrund hört man aus der Ferne den Verkehrslärm, nur ganz leise, wie aus einer anderen Welt.

Der Pfarrer steht vor diesem Loch, in dem gleich ein ganzes Leben verschwinden wird.
Der Sarg wird gerade von vier Männern heruntergelassen.
Es riecht nach feuchter Erde. Trauer und Verzweiflung liegt in der Luft.
Leere und versteinerte Gesichter.

Sie steht am Grab, die weißen Rosen ganz fest umklammert, sie geben ihr das Gefühl von Halt. Sie will sie nicht los lassen, so wie sie ihn niemals loslassen wollte.

Ein leichter Wind weht Regentropfen von den Bäumen. Sie sieht nach oben. Kalte Tropfen laufen über ihr Gesicht.
Sie denkt an alles, was er und sie zusammen erlebten, was sie noch erleben wollten, an Pläne und Luftschlösser, die sie gemeinsam in ihren Gedanken erschaffen haben.

Sie hat ihn lachen und auch weinen gesehen. Sie sieht seine dunklen, braunen Augen vor sich, spürt die Liebe und die Wärme, die er ihr schenkte.

Der Pfarrer schaut in seine Bibel, spricht von einem tragischen Verkehrsunfall, dem Tod eines so jungen Lebens und... sie nimmt nur die Hälfte wahr. Zum Schluß spricht er die Worte: Im Glauben liegt der Trost.
Er spricht sehr leise und unsicher, als wenn er selber nicht an seine eigenen Worte glauben würde. Trost findet man nirgendwo für ein entrissenes Leben.

Er hatte, als hätte er es irgendwie ahnen können, noch vor einigen Wochen zu ihr gesagt, als sie an einem lauen Sommerabend draußen saßen, die Bong zwischen und die Sterne über ihnen, daß er gerne dieses Lied auf seiner Beerdigung hören würde, da oben oder da unten, wohin auch immer der Tod ihn tragen würde.

Man hat ihn aus der Welt genommen, dem Leben entrissen. Für ein Lebewohl blieb keine Zeit. Auch wenn ihr Herz in Trauer schreit, es in Strömen blutet: Noch niemand ist von dort zurückgekommen. Sie flüstert seinen Namen. Der Wind weht leise und trägt ihre Seele davon, als wolle sie seiner folgen.

Warum ist der letzte, kalte und einsame Kuß des Todes so grausam? Wer gab ihm diesen Auftrag? Er bricht auch die mildesten Augen und das sanftmütigste Herz.

Dreiundzwanzig Jahre alt war er nur geworden und sie hatte ihn geliebt.
So sehr geliebt.

Jede Woche legt sie eine einzelne, weiße Rose auf sein Grab. Und singt leise flüsternd dieses letzte Lied, sein Lied für ihn.....
Und der Mensch heißt Mensch. Weil er irrt und weil er kämpft. Und weil er lacht, weil er lebt. Du fehlst.

 

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Artikel von Feuerlocke76 am 20.06.2010 21:15 Uhr
149 Leser, 55 Kommentare
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Diskussion

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    kein FotoXR3, vor 7 Jahren

    Auch auf die Gefahr hin,

    daß die Löschorgie weitergeht, mal meine Meinung. HInweis: Ich hab nicht lesen können, was da gelöscht wurde.

    Der Artikel ist furchtbar schmalzig, sprachlich völlig verdreht, manches klingt unfreiwillig komisch. Z. B. die Überschrift, die hätte korrekt so heißen müssen: Die Nacht, in der ihre Liebe zu Grabe getragen wurde. Die Nacht selbst trägt nix zu Grabe, das ist total verschraubtes Deutsch. Oder das hier: "Noch niemand ist von dort zurückgekommen." Da fällt ein unwillkürlich als Antwort ein strammes "Ach was?" ein. Oder "der letzte, kalte und einsame Kuß des Todes", warum nicht "der letzte, grausame, tödliche, kalte, einsame und harte..."

    Man kann sowas auch übertreiben, das hast du getan. Etwas abgespeckt würde die Geschichte gut rüberkommen, so wirkt sie wie die Persiflage einer HCM-Schnulze.
     
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    Jutta19571 Jutta19571, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    Lass Dich von diesen kranken Wesen nicht ärgern, meine Süße!
    Konnte deren Kommentare zwar nicht mehr lesen, weil sie schon gelöscht waren,
    kann mir aber meinen Teil denken!

    Fühl Dich ganz lieb umarmt, meine Kleene :o)
     
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    cheguevachegueva, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    komm her Löckchen und lass dich drücken ... und nicht ärgern über die idioten, hörst du?

    ich schau später noch mal rein, wenn sich das hier etwas beruhigt hat!!!

    bis dann ... *bussi rüberpuste ;)
     
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    Feuerlocke76Feuerlocke76, vor 7 Jahren

    Scheint wirklich, als wären hier heute

    größtenteils nur kranke multiple Persönlichkeiten anwesend.

    Darauf hab ich keinen Bock und verzieh mich wieder. Sperren tue ich niemand aus Prinzip, es sei denn, man wird beleidigend und geht unter die Gürtellinie.

    Tobt Euch ruhig aus, morgen werde ich den ganzen Rotz entfernen und widme mich den anderen Postings/Dialogen zu diesem Artikel mit normalen, realen Menschen dahinter!
     
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    lunaluis lunaluis, vor 7 Jahren

    Herbert Grönemeyer

    schrieb dieses Lied als Abschied an seine Frau und gleichzeitig als ein JA zum Leben und zu einer neuen Liebe!

    Eine schöner Text von Grönemeyer (einer seiner vielen) und ein schöner Text von dir Feuerlöckchen ;)
     
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    kein FotoTreatment, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    Sehr traurige Geschichte.
     
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    kein FotoRa_punzel, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    Jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen zu Grabe getragen hat, wird sich in Deinen Worten wiederfinden.

    Wenn Gott gnädig ist, lässt er dich die Beerdigung in einem Zustand der Betäubung überstehen. Der wahre Schmerz kommt erst später...
     
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    kein FotoJoker103, vor 7 Jahren

    Ich danke dir wirklich dafür

    dass wenigstens du hin und wieder hier etwas lesbares hinterlässt :-) Auch wenn es diesmal einen etwas bitteren Nachgeschmack haben mag...........

    Vielleicht solltest du mal wieder öfter was veröffentlichen !!?
     
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    kein Foto Wasserfrau_46, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    Es gibt keine Worte.....
     
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    kein FotoSoulofHawk, vor 7 Jahren

    Re: Die Nacht, die ihre Liebe zu Grabe trug

    wortlos, weil kein wort trost geben könnte..

    fein wie immer du liebe du.-))
     
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