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Jessicca

Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kopfschuss in Lebensgefahr

Artikel von Jessicca veröffentlicht am 13.06.2017 09:47 Uhr

Bei einem Polizeieinsatz am S-Bahnhof in Unterföhring bei München sind Schüsse gefallen. Eine Polizistin ist schwer verletzt worden. Der Schütze wurde von der Polizei mit Schüssen niedergestreckt und verhaftet.

Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring nahe München sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen verletzt worden, darunter eine Polizistin schwer. Sie schwebe nach einem Kopfschuss in Lebensgefahr. Auch der Täter erlitt Schussverletzungen und wurde festgenommen, wie das Polizeipräsidium München der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zudem wurden zwei unbeteiligte Passanten verletzt. Ihre Verletzungen seien aber nicht schwer oder gar lebensbedrohlich, sagte ein Sprecher. Die Polizei hat den Angaben nach bisher keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Auch gebe es keine Anzeichen für weitere Täter.

Vorausgegangen war im Bereich des Bahnsteigs eine allgemeine polizeiliche Personenkontrolle. In deren Verlauf habe der Täter, dessen Identität zunächst unbekannt war, eine Waffe gezückt und geschossen. Er selbst wurde daraufhin auch getroffen und verletzt.

Weitere Hintergründe und Einzelheiten des Vorfalls waren noch unklar. Eine Sprecherin betonte: "Die Lage ist unter Kontrolle." Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, betonte sie. Der Polizeieinsatz sei inzwischen beendet. Spezialeinsatzkommandos und Hubschrauber waren im Einsatz gewesen, die Beamten sperrten den S-Bahnhof ab. Über Twitter informierte die Polizei die Öffentlichkeit.

Nach dem Vorfall waren zig Einsatzfahrzeuge in der Bahnhofstraße. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte sicherten das Gelände. Mitarbeiter der Spurensicherung waren schon am Tatort.

Über den Bahnhof Unterföhring fährt die S-Bahn-Linie 8, eine der beiden Möglichkeiten mit der Bahn zum Münchner Flughafen zu kommen. Die Strecke war zunächst auf unbestimmte Zeit gesperrt. Fluggäste auf dem Weg zum Airport oder in die Stadt mussten auf die S1 ausweichen, die in einem anderen Bogen im Nordwesten Innenstadt und Flughafen verbindet.

Vor gut einem Jahr hatte ein Amokläufer am S-Bahnhof Grafing - ebenfalls im Münchner Speckgürtel gelegen - einen Menschen getötet und drei verletzt. Der zur Tatzeit 27-Jährige gilt als psychisch krank und daher als schuldunfähig. Ein Prozess wurde ihm bislang nicht gemacht. Der aus dem hessischen Grünberg bei Gießen stammende Mann hatte am frühen Morgen des 10. Mai 2016 wild um sich gestochen

 

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Artikel von Jessicca am 13.06.2017 09:47 Uhr
20 Leser, 38 Kommentare

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Diskussion

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    The69rs The69rs, vor 2 Monaten (geändert von The69rs vor 2 Monaten)

    Re: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kopfsc...

    Die Deutsche Polizeigewerkschaft schrieb vorhin:

    Unsere Kollegin wird wohl nicht mehr aufwachen! Wir denken an Dich! #Unterföhring #Polizeifamilie via @merkur_de
    https://t.co/io3QVoNu5l


    Und wie würde das jemand wie der "zahnlose" Maulheld CatMan kommentieren? Dass die Beamtin quasi selbst schuld wäre an ihrem eigenen Tod, wegen "Unfähigkeit" oder schlechter Ausbildung?

    BTW: Gibt es überhaupt irgendwelches Bild- oder Videomaterial zu der Polizistin, die angeblich kürzlich im Bademantel mit einer Pistole in der Hand auf dem Tische getanzt haben soll, wie das als Tatsache häufiger eher von Linken immer noch behauptet wird? Das sind dann auch die, die bei Eskalationen von vorgeblichen "Protesten" eher der Polizei die Schuld geben als den Krawalltouristen.
     
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    The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

    Re: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kopfsc...

    Da gab es in Bezug auf das Geschlecht der verletzten Person hässliche Kommentare (im Netz), so von wegen unfähige Polizistin u.ä.

    Dabei war es ihr Kollege, dem die Waffe entrissen wurde, was nicht passieren soll, aber passieren kann. Da muss nicht Fehlverhalten vorliegen.
     
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      JessiccaJessicca, vor 3 Monaten

      Re[0]: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kop...

      Da scheint einer unter Drogeneinfluss nach einer Schlägerei ausgeratet zu sein
       
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      KartajanKartajan, vor 3 Monaten

      Re[0]: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kop...

      Die Polizistin hat zuerst auf den Randalierer geschossen, dann hat er zurück geschossen und sie am Kopf verletzt.

      Man fragt sich nun, hat sie schlecht geschossen oder wollte sie ihn "nur" kampfunfähig schießen, wie sich Frau Künast das gerne wünscht ?
       
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        JessiccaJessicca, vor 3 Monaten

        wie sich Frau Künast das gerne wünscht ?

        Ist das so?
         
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      Joker-Joker-, vor 3 Monaten

      Polizeiwaffen

      sind mittlerweile (wovon ich rein gar nichts halte) grundsätzlich fertig geladen und schussbereit. Man kann sie allerdings nur noch durch das Lösen einer gesonderten Sicherung aus dem Halfter ziehen.

      Ob diese Sicherung sich im vorliegenden Fall zufällig löste, oder ob der Schütze wusste wie er die Waffe zu ziehen hat, müsste hier noch geklärt werden.

      Die fertig geladene und ungesicherte Waffe hat diesmal allerdings genau das Drama verursacht, dass diesbezüglich irgendwann zu befürchten war.....

      Bei einer nur teilgeladenen Waffe wäre das anders ausgegangen!

      Die Behauptung bezüglich einer unfähigen Polizistin ist indes total schwachsinnig! Die könnte fast von einem unserer Forumssalafisten stammen!
       
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      Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

      Re[0]: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kop...

      Das ist interessant.

      Es war wohl tatsächlich so:
      "Am Bahnhof begann der Streifenbeamte, den Fall aufzunehmen - da griff ihn der 37-Jährige an, versuchte, ihn ins Gleisbett zu schubsen. Das konnte der Beamte verhindern. "Danach ist eine Rangelei am Boden entstanden", sagte der Polizeisprecher. Dabei gelangte der Täter an die Pistole des Polizisten."

      Im obigen Artikel entsteht komischerweise ein falscher Eindruck:
      "Vorausgegangen war im Bereich des Bahnsteigs eine allgemeine polizeiliche Personenkontrolle. In deren Verlauf habe der Täter, dessen Identität zunächst unbekannt war, eine Waffe gezückt und geschossen. Er selbst wurde daraufhin auch getroffen und verletzt."
       
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        The69rs The69rs, vor 3 Monaten

        Re[1]: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kop...

        Es war wohl tatsächlich so

        Kenn ich'. Aber auch auch daraus geht nicht hervor, dass seine getroffene Kollegin unfähig sein muss.
         
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          Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

          Re[2]: Schüsse an Bahnhof in München - Polizistin nach Kop...

          Wenn man unterstellt, dass sie nicht die Zeitungsartikel verfasst hat ...
           
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        JessiccaJessicca, vor 3 Monaten

        Es war wohl tatsächlich so:

        Bist Du Augenzeuge?
         
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          Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

          Re[0]: Es war wohl tatsächlich so:

          Glücklicherweise nicht. :-)

          Meine Augen wollen das nicht sehen. :-(

          - - -

          Man hat so seine Erfahrungen.

          Mit Wahrscheinlichkeiten.

          Wie wahrscheinlich ist es, dass überhaupt etwas passiert ist? Dass überhaupt jemand geschossen hat und eine Polizistin verletzt wurde?

          Wie wahrscheinlich ist es, dass es ab morgen an der Tanke die Gelben Säcke gibt, wenn das heute in der Zeitung steht?

          - - -

          Und wie schwierig ist es festzustellen, dass wenn jemand mich mit meinem Auto überfährt - dass dies Auto meins ist? Ist das schwierig? Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas anderes behauptet wird?
           
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            JessiccaJessicca, vor 3 Monaten

            Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas anderes...

            Frag mal nach bei den öffentlich rechtlichen Programmgestaltern, die kennen sich bestens damit aus
             
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              Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

              Re[0]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

              Ich weiß nicht, wie die Medien im Einzelnen arbeiten. Es wird Unterschiede geben.

              Mein Beispiel war nicht korrekt. Man kann das nicht damit vergleichen, dass ich mit meinem eigenen Auto überfahren werde. Es ist eher so als würde mein Auto vor meinen Augen gestohlen und benutzt, um jemandem Schaden zuzufügen. Also ist die Sachlage noch klarer.

              Aber gleichzeitig ist sie peinlich, es entsteht eine aberwitzige Vermischung von Schuld. Wahrscheinlich wirkt sich das auf die Darstellung aus, die man den Medien präsentiert. Denn Augenzeugen waren Medienvertreter wohl kaum.
               
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                HAMMERHAI0 HAMMERHAI0, vor 3 Monaten (geändert von HAMMERHAI0 vor 3 Monaten)

                Re[1]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                Herr Crom,

                nur ein kleines und nebensächliches Beispiel von heute:

                Ich stöberte auf dem Rückflug von Prag im Bordmagazin von Eurowings, dort wurde von einer Gruppe 14 junger Fotografen berichtet, die Deutsche Landschaften international auf Instagram aus ihrer Sicht veröffentlichen mit 4 Millionen Followern (und seitenlanger Fotostrecke) .... in der Spalte daneben stand in der englischen Übersetzung: es wären 15 Fotografen und 2,5 Millionen Follower ... Ich mein' ... guuut, das izz nur'n Bordmagazin vonner billigen Kranich-Tochter, und ich will jetzt auch nicht zwingend von "Journalismus" ausgehen ... aaaber wer für solche Printmedien verantwortlich ist, wie weit will er Loits verarschen?

                Ein Seitenhieb auf den Brexit, oder was soll das?
                 
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                  Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten (geändert von Cromagnon vor 3 Monaten)

                  Re[2]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                  Nee, jetzt komme ich ins Grübeln..

                  Also ein richtig wichtiger Artikel für Kunden ohne Fensterplatz? Wie kann das?

                  Ein Übersetzungsfehler scheidet wohl aus.

                  Ein Aufmerksamkeitstest? ? ?

                  Ich vermute, dass es das Resultat einer Korrektur ist. Einer der jungen Fotografen hat protestiert! Auf Deutsch. :-)

                  Bei den digitalen Medien passieren ständig Fehler. Quick & dirty geht es da ab. Die ZEIT online korrigiert am laufenden Band. Es ist gängig, dass jemand aus einem Artikel zitiert und kurz darauf ist die zitierte Passage verschwunden.

                  Was du dir alles merkst:

                  "Rund vier Millionen Fans haben alle German Roamers zusammen im sozialen Netzwerk Instagram."
                  "It's been a big hit with around 2,5 million people following German Roamers on Instagram."


                  Das hat ein Mensch übersetzt.
                   
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                    HAMMERHAI0 HAMMERHAI0, vor 3 Monaten

                    Re[3]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                    Ich reise nur Langstrecken in Eco am Fenster - sonst immer am Gang!

                    Ja, quick & dirty - also doch Lügenpresse, wenn auch nur aus Schlamperei oder Desinteresse.

                    Im weltweiten Presse-Echo findest du täglich solche Übersetzungsdifferenzen.

                    Ja, und ich merke noch, wenn ich verarscht werde! ;-)
                     
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                The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

                Re[1]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                Ich weiß nicht, wie die Medien im Einzelnen arbeiten.

                Manchmal kann man es quasi im zeitlichen Verlauf miterleben.

                Wenn einem selbst die Ereignisse vorher bereits bekannt sind, über die eine Nachrichtensendung eigentlich Berichterstattung leisten sollte.

                Wenn sich Behörden (also quasi "amtlich") bereits zur Person eines Täters geäußert haben und eine Affinität zu einer politischen Person des öffentlichen Lebens offengelegt wurde und diese das ihrerseits bereits über den Pressesprecher bestätigen lassen hat, dann ist es handwerklich nicht angemessen, wenn etwa von einer heute-Sendung zu einer gänzlich irrelevanten dritten Person geschaltet wird, die dann "bestätigt", dass noch gar nichts bekannt wäre, sodass dann im Studio im "Es soll angeblich"-Duktus fortgefahren werden kann.

                Wenn das einmal vorkommt, kann es Zufall oder ein Anfängerfehler sein. Wenn es unabhängig von Themen häufiger vorkommt, erscheint es inkompetent. Wenn es (korrelierend zum bereits bekanntem Background von Tätern/Tatverdächtigen) selektiv vorkommt, erscheint es nicht mehr zufällig.

                Irgendwie scheinen Angehörige der Vierten Gewalt manchmal Probleme damit zu haben, dass sie selbst - im Gegensatz zu Politikern oder Behördenleitern - nicht gewählt oder von Gewählten ernannt sind und quasi selbst keine formale "Machtposition" besitzen.

                Zumindest "fremdeln" sie mit offiziellen / amtlichen Informationen durch die Entsprechenden selbst. Es macht einen Unterschied, ob ein vom Justizministerium eingesetzter Sonderermittler (der interesanterweise ausschließlich Clinton-Spender in sein Team berief), selbst bzw. über seine Pressestelle etwas über Ermittlungen bekannt gibt, oder ob dies Medien unter Berufung auf ihre Kollegen tun, die sich wiederum auf "anonynme Quellen" berufen.

                Das ist das kleine bisschen nicht de-jure, sondern de-facto-Macht, das sie haben: Themen erzeugen und in den Schlagzeilen halten - ganz egal, was von den Vorwürfen Monate später noch übrig bleibt, nachdem eine Dauerthematisierung evtl. zu einem anderen Verlauf geführt hat als ohne.
                 
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                  Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

                  Re[2]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                  Die Medien sind nun mal die vierte Gewalt. Die allermeisten Menschen sind davon überzeugt, dass die Medien viele Menschen beeinflussen. Aber die wenigsten sind davon überzeugt, dass sie selbst nennenswert beeinflusst sind.

                  Wenn ich deinen Kommentar richtig verstanden habe, behandelst du zunächst die Zurückhaltung. Diese Fälle, in denen die Medien sehr vorsichtig auftreten und möglichst viel im Ungewissen lassen, obwohl Mitglieder der Regierung schon längst Konkreteres geäußert haben.

                  Und dann gibt es wieder die Meldungen, bei denen aus ungenannten Quellen so zitiert wird als wäre alles völlig sicher. Quellen, bei denen die "Quell-Personen" manchmal für immer verborgen bleiben.

                  Schließlich schreibst du noch von der Dauerthematisierung. Die kann sehr wichtig sein und ich glaube, dass die meisten Menschen intuitiv selbst so verfahren. Wenn sie sich ihrer Meinung sicher sind und gleichzeitig annehmen, dass die Öffentlichkeit sie zu wenig beachtet, beginnen oft die Wiederholungen.

                  Dabei kann es auch vorkommen, dass die ständig wiederholte Aussage nicht ganz stimmt. Vielleicht muss man sogar zur Wiederholung greifen, wenn die Faktenlage fraglich ist. Denn wenn die Faktenlage nicht fraglich wäre, würden sich die zu überzeugenden Menschen nicht verschließen. Man "verbessert" seine Argumente also dadurch, dass man sich für sie einsetzt. Der Einsatz erzeugt Glaubwürdigkeit. Ein völlig eindeutiger Beweis braucht keine Glaubwürdigkeit.
                   
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                    The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

                    Re[3]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                    Die allermeisten Menschen sind davon überzeugt, dass die Medien viele Menschen beeinflussen.

                    Dennoch würden sich als "liberal" / "progressiv" betrachtenden Medien sich selbst (zumindest in der Folge "negativer" Ereignisse) eher nicht die Rolle von "Anstiftern" eingestehen wollen, wie sie dies konservativen Medien nachsagen.

                    Wenn ich deinen Kommentar richtig verstanden habe, behandelst du zunächst die Zurückhaltung.

                    Nicht Zurückhaltung im Allgemeinen, sondern selektiv (je nach vermutbarem Täter-Background). Und nicht nur Zurückhaltung, sondern Infragestellung von Inhalten, die bereits als gesichert betrachtet werden bzw. von jedermann überprüft werden können - vorausgesetzt, er erlangt davon Kenntnis.

                    obwohl Mitglieder der Regierung schon längst Konkreteres geäußert haben

                    Nicht nur Mitglieder der Regierung, auch (Ermittlungs)Behörden sowie Branchenkollegen anderer Ländern, die ihre Arbeit machen, d.h. selbst aktiv recherchieren in der Zeit, wo bei Öffentlich-Rechtlichen bereits Gesichertes durch die x-fache Bedenken-Loop geschickt und zur Vermutung umformuliert wird, deren Mutmaßlichkeit dann durch Statisten in Nebenstraßen "bestätigt" wird.

                    Schließlich schreibst du noch von der Dauerthematisierung. Die kann sehr wichtig sein

                    Ja, vor allem dann, wenn sie mit einer Absicht verbunden ist. Kürzlich wurde ein Gerichtsurteil veröffentlicht, in welchem einem Bewerber um eine Professur eine hohe Entschädigung zugestanden wurde. Den wollte wohl die Rektorin nicht, obwohl er von der Berufungskommission als der geeignetste Kandidat empfohlen wurde. Im Zuge dieser länger währenden Auseinandersetzung wurde immer wieder thematisiert, ob und was denn an den Gerüchten über ihn im Zusammenhang mit sexueller Nötigung dran sein könnte, die sich nach Überprüfung als gegenstandslos herausstellten. Die Annahme, dass das Warmhalten dieser Gerüchte rein gar nichts damit zu tun hätte, die Position der Rektorin zu verbessern, in die sie sich selbst hineinmanövriert hatte, wäre sehr "wohlwollend" (in ihrem Sinne).

                    Der Betroffene kann zwar jetzt die hoch anmutende Entschädigung einsacken. Aber für jemanden, dem Lehre und Forschung mit den Möglichkeiten einer Professur Spaß gemacht hätte, ist das nach etlichen Jahren kein wirklicher Trost.

                    Vielleicht muss man sogar zur Wiederholung greifen, wenn die Faktenlage fraglich ist.

                    Wiederholt wird Anderslautendes auch dann, wenn die (überprüfbare) Faktenlage nicht fraglich und der Überprüfung zugänglich ist.

                    Denn wenn die Faktenlage nicht fraglich wäre, würden sich die zu überzeugenden Menschen nicht verschließen.

                    Das zeigt sich in der Praxis anders: Je mehr feststeht, dass bestimmte Aussagen gegen eine Feindgruppe falsch sind bzw. ihnen fälschlich zugeschriebene Machwerke von Dritten gegen sie fabriziert wurden, umso mehr verschließen sich die (gegenüber allen anderen), die sie auf ihren Veranstaltungen bzw. in ihrer Kommunikation dennoch verwenden. Das wurde an konkreten Beispielen realer Aktivisten auch gut sichtbar in der (von Arte nicht gezeigten) Dokumentation, die Anfang der Woche für 24 Stunden auf dam Portal einer Tageszeitung zur Verfügung gestellt wurde.

                    Man "verbessert" seine Argumente also dadurch, dass man sich für sie einsetzt.

                    Indem man auf der eigenen Meinung beharrt und andere auffordert, die Fakten zu checken? Das kann seltsame Blüten treiben:

                    Ein behandelndes Krankenhaus äußert sich zum Zustand* eines Patienten. Eine Nutzerin zweifelt dies an. Und auf einen entsprechendem Hinweis an sie verlangt sie, andere sollten die Fakten checken, denn sie läge richtig.

                    https://pbs.twimg.com/media/DCTWPl_UAAAdUWH.jpg

                    Und auch da waren es wieder Medien, die alles besser wissen wollten, obwohl es nicht ihre Domäne ist. Die WaPo z.B. setzt sich ellenlang damti auseinander, ob denn das Krankenhaus mit der Einschätzung des Zustandes richtig läge. Sie bauten eher allgemein gehaltene Statements eines von ihnen konsultierten Mediziners ein, konnten aber am Ende nichts gegen das Krankenhaus vorbringen außer dem Zweifel, den sie selbst gesät hatten.

                    * der Anschaulichkeit halber eine nähere Beschreibung seines "kritischen Zustandes" (nach der ersten Op):

                    MedStar Washington Hospital Center
                    Media Statement

                    June 14, 2017, 8:15 pm

                    Congressman Steve Scalise sustained a single rifle shot to the left hip. The bullet travelled across his pelvis, fracturing bones, injuring internal organs, and causing severe bleeding. He was transported in shock to MedStar Washington Hospital Center, a Level I Trauma Center. He underwent immediate surgery, and an additional procedure to stop bleeding. He has received multiple units of blood transfusion. His condition is critical, and he will require additional operations. We will provide periodic updates.
                     
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                      Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

                      Re[4]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                      Ich sehe das ein bisschen anders. Ich halte die Wiederholung für so normal wie manipulativ. Es mag sein, dass eine Wiederholung tatsächlich für "die Wahrheit" benötigt wird. Denn sicherlich hat immer irgendwer andere Interessen und mag von daher gewisse Wahrheiten nicht hören.

                      Aber ich glaube zum Beispiel nicht, dass man einen mathematischen Beweis ständig wiederholen muss. Er wird von ein paar Leuten verstanden - das ist völlig ausreichend - und dann geht die Sache ihren Weg. Weil es tatsächlich eine Art von Wahrheit ist und nicht eine Mischung aus Wahrheit und Interesse.

                      Aber mal zwei Beispiele für manipulative Wiederholungen, die meines Erachtens von weitreichenderer Bedeutung sind:

                      1. Wir hatten kürzlich die Anhörung von Comey. Und was berichtete die Presse unisono? Alles Überschriften:

                      Tagespiegel: "Ex-FBI-Chef Comey bezichtigt Trump der Lüge"
                      Der Spiegel: "James Comey spricht von Lügen der Trump-Regierung"
                      Die Zeit: "US-Senat: Comey bezichtigt Trump-Regierung der Lügen"
                      Neue Züricher: "Senatsanhörung Comeys: Comey bezichtigt Trump der Lüge"
                      FAZ: "Ex-FBI-Chef: Comey wirft Trump-Regierung Lügen vor"

                      usw usf - quasi alle wesentlichen Printmedien

                      Meines Erachtens ist diese großartige Lügenbeschuldigung das Resultat einer hochselektiven Wahrnehmung. Denn in seiner Anhörung gebrauchte Comey nur zweimal das Wort Lüge in Bezug auf Trump:

                      1. "I was honestly concerned he might lie about the nature of our meeting so I thought it important to document."
                      Das ist keine Lügenbeschuldigung, sondern eine Lügenbefürchtung. Der Grund dafür, warum Comey Notizen machte. (Übrigens - was beweisen Notizen? Aber egal.) Es geht hier also nur um eine Lügenbefürchtung, die sich nicht mal bewahrheitete.

                      2. "That the workforce had lost confidence In its leader. Those were lies, plain and simple."
                      Das ist tatsächlich eine Lügenbeschuldigung. Aber worauf bezieht sie sich? Auf die Wertung der Arbeit des FBI. Kein Wunder, dass Comey an dieser Stelle ausnahmsweise dramatischer wird - denn er wird ja selbst angegriffen. Seine Bezeichnung "Lüge" ist nur eine Selbstverteidigung. Und den Inhalt dieser "Lügenaussage" wird nie jemand nachprüfen. Denn die Einschätzung der Arbeit des FBI unter Comey ist viel zu komplex und außerdem interessiert das kaum jemanden noch. Aber im Prinzip meint der Lügenvorwurf Comeys nix mit Russland oder bezieht sich auf sonstige wichtige Falschaussagen Trumps. Es ist einfach ein emotionaler Protest wegen der miesen Darstellung der eigenen beruflichen Leistung. Wer würde da nicht protestieren? Aber ein schlechtes Urteil über die Arbeit des FBI gehört nun mal zu den Möglichkeiten der Meinungsfreiheit. Und Comey Meinung über seine Arbeit beim FBI wird sicherlich nie neutral/vorurteilslos sein.

                      Also die vielstimmige Wiederholung eines plakativen Begriffs ohne Kontext. Nur zum Zwecke, einerseits Stimmung zu machen und andererseits wohl auch um überhaupt etwas Griffiges, Sensationelles zu haben. Wo doch fast die gesamte Aussage Comeys aus längst Bekanntem bestand.

                      - - -

                      Das wäre also mal ein Beispiel für die Manipulation durch unsere Mainstream-Medien. Und ich bin überzeugt, dass es noch viel bessere Beispiele gibt. Das Problem ist allerdings: Man bemerkt sie nicht. Die wirkungsvollsten Manipulationen kriegt man nicht mit.

                      Ein anderes Beispiel für Manipulation durch Wiederholung ist die Praxis einer bestimmten konservativen Richtung, möglichst alle vermeintlichen und wirklichen Gesetzesverstöße von Flüchtlingen in die Öffentlichkeit zu pushen. Auch das verfehlt seine Wirkung auf Dauer nicht.
                       
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                        The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

                        Re[5]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                        Aber ich glaube zum Beispiel nicht, dass man einen mathematischen Beweis ständig wiederholen muss.

                        Würde auch nicht viel nützen bei denen, die es nicht verstehen. Genauso wie arithmetische Nachweise nichts bei denen bringen, die anders funktionieren und z.B. auch nachträglich, d.h. nach Vorliegen von Resultaten nur das glauben wollen, was sie zuvor glaubten / prognostizierten.

                        hochselektiven Wahrnehmung.

                        Wenn "assimilativ" nur das aufgenommen wird, was zur vorhandenen Einstellung / Absicht passt - im Gegensatz zu "adaptiv", wo die Bereitschaft besteht, andere Informationen zu prüfen und ggfs. vorhandene Einstellungen zu revidieren.

                        (Ehemalige) DDR-Bürger bestimmter Altersgruppen hatten die eine oder andere Gelegenheit / Notwendigkeit, Einstellungen zu revidieren, die infolge des fehlenden Zugangs zu anderen Informationsquellen durch politisch motivierte einseitige (und mitunter auch falsche) "Information" des "Systems" entstand.

                        Die Rollenzuteilung von "Opfern" einerseits und absichtlich Boshaften andererseits war in der Ära nicht anders, aus der es gemeinsame Bilder von al-Husseini mit Hitler / Himmler gab, als in der, aus der Bilder von Arafat mit Honecker überliefert sind.

                        Umso erschreckender kann beurteilt werden, wenn das EU-Parlament einer Rede von Abbas applaudiert (und ein Martin Schulz in seiner damaligen Funktion über sie twitterte, dass er sie inspirierend fand), in der Passagen vorkommen, die es mit vergleichbarer Aussage auch als Filmdokument von Julius Streicher gibt. Die "Linke" im Westen kann sich nicht damit herausreden, so wenig Zugang zu Information gehabt zu haben wie Jungpioniere in den 70ern in der DDR.

                        Apropos al-Husseini: Von dem werden gerade einige bislang weniger bekannte Fotos versteigert:

                        http://www.haaretz.com/israel-news/1.795563

                        Also die vielstimmige Wiederholung eines plakativen Begriffs ohne Kontext.

                        Eben. Zu einer Dokumentation über Aktivisten gehört auch eine Untersuchung des Kontexts, auf den sich deren Aussagen / Forderungen beziehen. Insofern ist es auch schwer nachvolllziehbar, wenn ein Sender als Grund für eine Nicht-Ausstrahlung angibt, dass eben auch dieser Kontext einen Drittel der Gesamtdauer darstellt und diverse Propagandabehauptungen vor Ort (oder anhand öffentlich zugänglicher Vergleichsdaten anderer Länder über Bevölkerungsdichte, Lebenserwartung) einer Prüfung unterzogen werden.

                        Ich finde es nachvollziehbar, wenn Leute gegen BILD oder Neues Deutschland (oder beide) gewisse Vorbehalte haben, was die Bearbeitung von Themen im Allgemeinen angeht. Ich habe die auch. Wenn sich aber so verschieden angelegte Blätter einmal einig sind bzw. ihre Kritik an Entscheidungen öffentlich-rechtlichen Sender in die gleiche Richtung geht, dann gibt das m.E. zu denken.

                        Ganz anders die ARD-"Preisstute" Anja Reschke: Die gesteht in ihrem Medienmagazin ZAPP zwar ein, nicht beurteilen zu können, ob die Autoren einer Dokumentation Fehler gemacht hätten, verteidigt aber die Entscheidung der Sender, deren Werk nicht zu zeigen ...

                        ... bevor sie dann ganz als Milchmädchen daherkommt und "Eigentum" öffentlich-rechtlicher Sender mit dem der BILD vergleichen möchte, was Unsinn ist, da Letztere lediglich jenene die Betrachtung / Beurteilung des Werkes ermöglichte, die es mit ihren zwangsweise erhobenen Beiträgen quasi finanziert hatten.

                        Ohne die Bereitstellung wäre es im "Giftschrank" verschwunden (da ja die Autoren nicht Senderechte an dem von ihnen geschaffenen Werk besitzen). Die selbst hatten ihr Werk nicht der Bild zur Verfügung gestellt; also besteht wohl die Hoffnung, dass es innerhalb der beteiligten Sender eine dem Thema angemessene Subversion unterhalb der Chefetagen gab ;)

                        Ein vergleichbares Ausmaß an Empörung wie aktuell über die BILD hatte Reschke mal zur Schau gestellt, als sie für sie offenbar unerwartet von Günther Jauch in dessen Sendung mit einer Frage nach "linken Ausgrenzern" konfrontiert wurde (ob die auch so gefährlich wären wie Leute auf der rechten Seite (was als Jauchs Gedankengang nachvollziehbar erscheint, dass Ausgrenzung jene auf der anderen Seite - wenn auch ungewollt - in ihrem Denken und ihren verfügbaren Argumenten [be]stärken könne).

                        Auch da war ihre Argumentation ähnlich wie bei ihrer Beurteilung von etwaigen Fehlern der Autoren einer Doku: Sie wisse zwar nicht, was linke Ausgrenzer seien, aber finde [dennoch] auf jeden Fall, dass diese nicht schlimm wären :D
                         
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                          Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten

                          Re[6]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                          "Genauso wie arithmetische Nachweise nichts bei denen bringen, die anders funktionieren und z.B. auch nachträglich, d.h. nach Vorliegen von Resultaten nur das glauben wollen, was sie zuvor glaubten / prognostizierten."

                          Ja, da ist sicherlich immer die Frage, ob man solche Beweismethoden gelernt hat und ob man sich überhaupt dafür interessiert. Doch davon abgesehen ist die pure Mathematik universell. "Universell" bedeutet, dass sie jedem Wesen mit Hirn zugänglich ist und es sich nicht dagegen wehren muss. Anderes, was zum Beispiel mit dem Organismus eines Wesen zu tun hat, ist unmöglich universell. Organismen sind immer speziell.

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                          Ich habe große Schwierigkeiten, mich auf deine Antisemitismus-Kritik bei Schulz einzustellen. Zwergu Schulz hat aus meiner Sicht keine Neigung zu Rassismus. Wahrscheinlich ging es ihm nur darum, ein Friedensstifter zu sein und dann trifft man sich auch mit Leuten, denen man nicht in allen wichtigen Punkten zustimmt. Meines Erachtens passiert das ständig. Deswegen finde ich auch den Trump nicht ganz schrecklich. Er hat seine narzisstischen Tobsuchtsanfälle, aber dann beruhigt er sich auch wieder und will mal etwas reden. Trump scheint mit Leuten reden zu können, denen sich andere nicht mal auf Rufweite nähern. Natürlich geht das auf Dauer nur gut, wenn es ihm fett nutzt. Und doch - der Mann kann das.

                          Aber Zwergu Schulz - unserem Bürgermeister aus der Top-EU-Elite - kann ich keinen Rassismus zuordnen. Dat kennt der nich. Der Mann hat andere Kriterien. Nur wenn man ihm damit ein fieses Männchen auf den Rücken malt, gibt es eben Streit. Sinnlosen Streit.

                          Ebenfalls verstehe ich dich mit der Reschke nicht. "Sie wisse zwar nicht, was linke Ausgrenzer seien, aber finde [dennoch] auf jeden Fall, dass diese nicht schlimm wären :D" Hältst du das für gelogen? Die Frau sagt doch nur, was sie tatsächlich denkt. Gerade für solche Sätze kann man dankbar sein.

                          Vielleicht wird dann endlich mal klar, dass linke Ausgrenzer anders als rechte Ausgrenzer sind. Denn linke Ausgrenzer sind gar keine wirklichen Ausgrenzer. Sie sind letztlich Assimilierer. Wobei aber meistens vorausgesetzt ist, wer sich zu assimilieren hat.
                           
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                            The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

                            Re[7]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                            "Universell" bedeutet, dass sie jedem Wesen mit Hirn zugänglich ist

                            Genauso, wie nicht alle die Regeln ihrer Muttersprache kapieren bzw. nicht im Sprachgebrauch automatisch anwenden können, unterscheiden sich Leute auch darin, quantitative Verhältnisse zu verstehen.

                            Ich habe große Schwierigkeiten, mich auf deine Antisemitismus-Kritik bei Schulz einzustellen.

                            Das muss vielleicht jene nicht so sehr interessieren, gegen die auch mit Hilfe politischer und finanzieller Hilfe aus Europa noch "besser" gekämpft werden kann.

                            Zwergu Schulz hat aus meiner Sicht keine Neigung zu Rassismus.

                            Das hat auch niemand behauptet. Er hat evtl. einfach nur die übliche linke Gerechtigkeitspolemik internalsiert, sodass er gar nicht in vollem Umfang begreift, worüber er da Begeisterung ausdrückte.

                            Die DDR hatte vermutlich auch keine rassistischen Motive im klassischen Sinne, als sie MiG-Flugzeuge verschiffen wollte, um sie der syrischen Armee zur Verfügung zu stellen. Die Genossen haben das evtl. als Teil ihres antiimperialistischen Kampfes betrachtet.

                            Aber müsste sich dafür ein Staat entschuldigen, zu dessen Vernichtung die "Führer" anderer Staaten mehrfach aufriefen, dass jenen Dritte nicht aus rassistischen, sondern anderen Motiven Unterstützung für die Umsetzung ihrer Absichten leisten wollten?

                            Der Mann hat andere Kriterien.

                            Zumindest hatte er zu dem Zeitpunkt ein exponiertes Amt inne, von dem etwas mehr an Gegenwärtigkeit / Informiertheit / Objektivität verlangt wird, als sie von Stammtischbrüdern erwartet wird..

                            Abbas hat ja Tage später seine im EU-Parlament erhobenen Vorwürfe zurückgenommen (weil sie nicht haltbar waren). Ähnlich falsche Vorwürfe hatte ja Schulz zwei Jahre zuvor ausgerechnet in der Knesset in seiner Rede erhoben, deren numerische Aussagen in Medien auch von denen als objektiv falsch eingeschätzt wurden, die ihn danach in Schutz nehmen wollten.

                            Dass überhaupt immer wieder führende Sozialdemokraten (neben Schulz jüngst auch Gabriel, Steinmeier) als Deutsche unbedingt eine Reise abwarten, um ausgerechnet dort mit fragwürdigen Verhaltensweisen / Äußerungen (z.B. einseitigen oder bei näherer Betrachtung haltlosen Vorwürfen unter völligen Ausblendung der aktiven Rolle anderer am Geschehen Beteiligter) zu provozieren, hätte dann wieder etwas mit der Doku zu tun.

                            Nur wenn man ihm damit ein fieses Männchen auf den Rücken malt, gibt es eben Streit. Sinnlosen Streit.

                            Ja klar, Schulz soll dabei das Opfer sein, weil er vielleicht - aber nur vielleicht - nicht in vollem Umfang begreift, wofür resp. wogegen er sich selbst einbringt...

                            Die Stärke einer Dokumentation ist ja, dass sie nicht bei Vermutungen bleibt, wenn sie aufzeigen kann, mit welchen Summen westliche Regierungen oder die EU sowie kirchliche Organisationen mit nett klingenden Worten solche Organisationen fördern, die mit nachweisbar unrichtigen Parolen Stimmung gegen ihre erklärten "Feinde" machen.

                            Eine (eher linksliberale) Tageszeitung in Israel gelangte zu der Einschätzung, dass die Streichung aus dem Programm infolge der Kontroverse darüber nach hinten losging und die Dokumentation so mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, als wäre sie wie geplant gesendet worden. (Es wäre aber wenig glaubhaft, wenn die Verantwortlichen bei den Sendern nun behaupten würden, dass das die Absicht hinter ihrer Entscheidung gewesen wäre.)

                            Manchen Entscheidern der betroffenen Sender hätte wohl eher gefallen, wenn die Problematik ausschließlich auf Randgruppen der Gesellschaft abgebildet worden wäre, über die dann in üblichen Reflexen gesagt werden könnte, dass sie ja eigentlich die Opfer sind und ihnen mehr Chancen gegeben werden müssten.

                            Die aufgezeigten strukturellen Verflechtungen auch mit Instanzen der parlamentarischen Demokratie und als "gut" geltender "Hilfsorganisationen" könnten manche evtl. zwar erfassen, würden es aber vielleicht lieber nicht wissen, wenn ihnen nicht ein sofort wirkendes "Rezept" dazu einfällt.

                            Es gibt aber auch Unterschiede zwischen Parteien: Auf dem Bundesparteitag der CDU 2016 wurde einem Antrag klar zugestimmt, der deutlich Stellung gegen Boykottaufrufe bezieht bzw. diese ablehnt. Auf dem kürzlichen Bundesparteitag der Linken gab es einen ähnlichen Antrag eines einzelnen Kreisverbandes, der jedoch von den Delegierten mehrheitlich abgelehnt wurde.

                            Hinter der Haltung stehen also nicht nur zwei oder drei bekanntere Genoss_innen, die sich selbst an Aktionen beteiligen, sondern - in dem Fall - die Mehrheit der von ihren jeweiligen Ortsverbänden zum Bundesparteitag delegierten Mitglieder.

                            Während des Parteitages war der Inhalt der verschiedensten Anträge noch einsehbar. Mittlerweile wurde das Dokument entfernt, das auch besagten Antrag enthielt.

                            https://www.die-linke.de/fileadmin/download/parteitage/hanno ver2017/antragshefte/hannover2017_antragsheft3.pdf

                            Die Frau sagt doch nur, was sie tatsächlich denkt.

                            Aber an mindestens zwei Beispielen wurde in ihren eigenen Worten sichtbar, dass sie eine Wertung zu etwas abgibt, obwohl sie einräumt, es entweder nicht beurteilen zu können bzw. nicht zu wissen, was es überhaupt ist. Immerhin kann es mit so einer Denke zur Auszeichnung als "Journalistin des Jahres" reichen, was eher gegen die Branche spricht (oder zumindest gegen die Jury).

                            Vielleicht ist sie aber zumindest schlau genug um zu wissen, dass es mit echter journalistischer Arbeit unter vielen deutlich mehr Mühe kosten und vom Zufall abhängen würde, einen solchen Preis zu erhalten, als mit der Nummer, die sie abzieht: also - ähnlich wie Dunja Hayali - erst Leute mit überzeichneten Wertungen provozieren, um sich dann als mutiges Opfer eines Teils der Reaktionen darauf feiern zu lassen.

                            Dunja Hayali hatte ja mal die Goldene Kamera in der Kategorie Beste Information erhalten. Zu dem Zeitpunkt hatte sie auf ihrem FB-Profil noch ein Schaubild, das auch als Propagandamaterial der Hamas verwendet wird und inhaltlich bzw. historisch nicht korrekt ist, sodass die draus abgeleiteten Schuldzuweisungen ebenfalls falsch sind.

                            Wenn jemand in der Branche mit dem Anspruch von Information aktiv sein möchte, sollte nicht "Informationsmaterial" politischer Aktivisten unkritisch weiterverwendet werden, sondern dann schon Material, das offiziell von Körperschaften der betreffenden Periode (in dem Fall des Völkerbundes) stammt.

                            Ob Frau Hayali zu naiv für diese Unterscheidung ist oder ihr der Rock (der arabischen [Halb]Brüder und [Halb]Schwestern) näher war als die Weste (der überprüfbaren Fakten), weiß ich nicht. Ist auch nicht immer entscheidend. Ob das Argumentationsmuster einer bestimmten Ideologie in gutem Glauben oder dem Wissen um seine inhaltliche Unsachlichkeit vertreten wird, ändert nichts daran, dass es ein solches ist resp. entsprechende Positionen vertritt.
                             
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                              Cromagnon Cromagnon, vor 3 Monaten (geändert von Cromagnon vor 3 Monaten)

                              Re[8]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                              "Genauso, wie nicht alle die Regeln ihrer Muttersprache kapieren bzw. nicht im Sprachgebrauch automatisch anwenden können, unterscheiden sich Leute auch darin, quantitative Verhältnisse zu verstehen."

                              Man muss nicht alles verstehen und man kann es auch nicht. Vor der US-Immobilienkrise und der dann folgenden weltweiten Finanzkrise 2008/2009 wurden "strukturierte Produkte" verkauft, an deren Konstruktion Mathematiker beteiligt waren. Viele CEOs haben diese Produkte nur sinngemäß oder noch etwas weniger verstanden. Das muss also nicht sein. Doch wichtiger ist, dass die Mathematik auch hier nichts falsch machte und niemand daran denkt, sie zu kritisieren. Es ist nur die Bruchstelle bei der Anwendung: Das "Zurechtschneiden" eines Stückchens Realität auf die Möglichkeit seiner Berechenbarkeit hin. Also etwas Ähnliches, wie man es bei einem Begriff macht, den man "operationalisiert". Das ist in den meisten Fällen wacklig.

                              Trotzdem bleibt Mathematik universell. Ganz im Gegensatz zu den Interessen, aus denen sich unterschiedliche Realitäten ableiten.

                              - - -

                              Von dem Hayali-Fall habe ich gehört, weil da mal was bei VICE (die sich jetzt leider zu ner Art Bildzeitung entwickeln) war. Mich verwundert immer wieder, wie du dich da auf Einzelne stürzt. Bist du ein Idealist der menschlichen Perfektion? Oder soll man sich damit trösten, dass andere auch nicht ganz dicht sind?
                               
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                              The69rs The69rs, vor 3 Monaten (geändert von The69rs vor 3 Monaten)

                              Re[9]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas ...

                              Mich verwundert immer wieder, wie du dich da auf Einzelne stürzt.

                              Sollten gleich alle Kolleg_innen bzw. die gesamte Branche verurteilte werden, nur weil einzelne Fehler machen?

                              Bist du ein Idealist der menschlichen Perfektion?

                              Ist es idealistisch, von einem Produkt (für das im Falle öffentlich-rechtlicher Medien auch selbst mitgezahlt wird) zu verlangen, das auch das drin ist, was das Etikett nahelegt?

                              Ein Kommentar ist ein Kommentar. Information / Nachricht sollte auch Information / Nachricht sein, und zwar nachprüfbar richtig. Falsche Informationen können einen "Rahmen" schaffen, in dem andere Ereignisse ganz anders anders verstanden werden (können).

                              Schlecht für die Qualität und Glaubwürdigkeit von Nachrichten ist es, wenn die Macher damit zusätzlich die Absicht verbinden, ein Signal zu setzen, und dabei der Versuchung erliegen, entweder Wesentliches auszulassen oder sich gar auf Angaben Dritter zu beziehen, die diese in der Form in ihren eigenen Berichten gar nicht gemacht haben.

                              Gerade beim WDR täte man besonders dieser Tage gut daran, keine Tatsachenbehauptungen zu verwenden, für die es nach aktuellem Kenntnisstand keine ausreichenden Belege gibt, nachdem dies von dem über eine Dokumentation behauptete, die nun doch ausgestrahlt wird (eben wiederum mit einem "Rahmen" von Behauptungen darüber, die die "Verarbeitung" des Inhalts beeinflussen können).

                              Eigentlich erfüllte er mit seinem Statement selbst das, was er als Vorwurf formulierte, da er keine Belege dafür anführte ;) Fruchten konnte das allenfalls zur Rechtfertigung bisherigen Verhaltens und evtl. bei solchen, die noch nicht selbst gesehen haben, worum es ging.

                              Es ist ja nicht so ein Bericht, in dem ein nicht näher bezeichneter "Whistleblower" hinter irgendeiner Schattenwand irgendwas behauptet, sondern zum größten Teil entweder Fernshehmitschnitte zuvor stattgehabter Ereignisse (wie aus dem EU-Parlament), Aufnahmen bei Demonstrationen, Interviews (bzw. Interviewversuche) mit Beteiligten, wo dann auch ein weiterer Vorwurf absurd ist, dass diejenigen nicht mit ihren Aussagen konfrontiert worden wären. Es waren doch keine Aufnahmen mit versteckter Kamera, wenn Leute direkt interviewt wurden.

                              Es steht zu erwarten, dass der federführende WDR versuchen wird, das bereits abgenommene Werk zu verreißen. Post-Production gibt es ja bei nahezu jeder Filmarbeit. Die wird jedoch vor dem Senden abgeschlossen, ohne dass es in der Öffentlichkeit breitgetreten wird. Mal sehen, wie das der "feine" Herr Schönenborn mit seiner gesalbten Stimme wieder hinbiegt, die Thematisierung von strukturellem Antisemitismus quasi zu leugnen. Wird wohl auf einen öffentlichen Schauprozess hinauslaufen, bei dem die Angeklagten (Filmemacher) nicht selbst sprechen dürfen.

                              Andere Sender / Zeitungen hatten in der Absicht, ein Zeichen zu setzen, wenigstens noch der Form halber dazugesagt / -geschrieben, dass es sich um Angaben der Veranstalter handele (und dann lediglich durch Auslassung sonstiger verfügbarer Angaben die Information selbst verfälscht).

                              Beim WDR wurde es lapidar so erwähnt, als wäre es wirklich so gewesen:

                              https://videopress.com/v/eVKhxnA3

                              Das Gegenteil wäre dann, sich ausschließlich auf Polizeiangaben zu berufen (also nicht auf andere Beobachter vor Ort einzugehen:

                              https://www.youtube.com/watch?v=BHDWtq3HijQ ;)

                              Der WDR hatte gestern Abend dann noch im Netz auf Kritik reagiert und andere Zahlen genannt bzw. über diese Zahlen gesagt, dass sie damit ihre "Quellen" offenlegen.

                              Dumm ist nur, dass sich die dort der Polizei zugeschrieben Zahl im Abschlussbericht so gar nicht findet. Genau genommen hatte die Polizei in der ersten Hälfte der Veranstaltung Angaben gemacht, diese dann nach unten korrigiert und später (evtl. auf Anweisung, wie man das aus Leipzig kennt und dort von der Polizei transparent gemacht wird) gar keine Angaben mehr gemacht, sondern eher über den friedlichen Verlauf (und den fast genauso friedlichen Verlauf einer Veranstaltung zu einem Autonomen Zentrum hin) berichtet.

                              Noch mehr Signale wollte offenbar Spiegel Online setzen. Dort war das ganze aufgezogen, als handele es sich um eine klandestine Operation, wo dann "geheimnisvoll" etwas "aus Polizeikreisen" in Erfahrung gebracht worden sein will. Kurz: Spiegel Online verdoppelte die vom WDR als Polizeiangaben genannte Zahl und legte im Anrisstext zusätzlich nochmal 50% drauf, nahm dafür aber nicht jede Beobachtung ihrer eigenen Mitarbeiter in ihren eigenen Artikel auf:

                              https://twitter.com/Lokoschat/status/876048260816875520

                              Dass nicht nur Teilnehmer ohne Migrationshintergrund dort waren (sich aber die Teilnehmer in Relation zu den insgesamt 700 Polizisten und zahlreichen Medienvertretern eher verloren), davon kann er Zeugnis liefern, der sich selbst vor Ort begeben hatte:

                              https://tapferimnirgendwo.files.wordpress.com/2017/06/img_11 54.jpg ;)

                              Ich selbst hatte bereits am frühen Nachmittag gedacht, dass es durchaus insgesamt mehr als 1000 Menschen sein könnten, nachdem ich mich über aktuelle Sperrungen im Straßenverkehr informiert hatte:

                              https://pbs.twimg.com/media/DCiVTcoXcAECyet.jpg ;)
                               
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                              milongamilonga, vor 3 Monaten

                              Re[10]: Ist es nicht ein bisschen "komisch", wenn erst etwas...

                              Ich hätte mich als Teilnehmer mit Migrationshintergrund vielleicht nicht auf so eine Demo getraut. Das ist sehr mutig von den Menschen, sich da so hin zu stellen und fotografieren zu lassen ;)

                              Wenn man gegen Terrorismus demonstriert, dann legt man sich doch mit dem Teufel an.
                               
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