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Berlin

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SabineStrohem

die reise (7)

Artikel von SabineStrohem veröffentlicht am 06.11.2016 21:44 Uhr

mit der sub (so lässig nennen wir möchtegernnewyorker die u-bahn*) fuhr ich zum washington place – eine ziemlich studentisch-jungtrubelige gegend nahe einer der drei new yorker universitäten.
es war nun gegen dämmerung und ich hatte noch einen termin.
in der nähe dieser u-bahnstation.

einen auftragstermin.
„wenn du in new york bist, dann geh doch bitte mal in den comedy cellar.“
okay.
es gibt menschen, denen kann ich nichts abschlagen.

von deutschland aus karten bestellt.
und dann aber vor ort bemerkt – die gebuchten tickets galten für die zweigstelle.
der eigentliche „keller“ befand sich „next corner“.
den wollte ich aber auch sehen.
wenigstens von außen.

ich sah ihn sogar von innen (besuchte das dazugehörige, wunderbar entspannt-ruhige café olivenbaum – und kam auf den weg zu den toiletten auch durch die katakomben des gehypten ortes) – und konnte später („zweigstelle“) große ähnlichkeiten in der gestaltung feststellen.

nach erwerb eines logo-t-shirts (stand auch auf dem zettel) ging ich dann zurück zum einlaß und hatte dort eine begegnung mit der arroganz der macht. dass der laden immer ausgebucht ist, scheint bei einigen türwächterinnen zur steigerung von „authentischer unfreundlichkeit“ zu führen. so gelang es mir trotz vorlage meiner emailigen ticketbestätigung nur mit hilfe der zunächst in sachen t-shirt-erwerb in anspruch genommenen jungen frau überhaupt hereingelassen zu werden.
um dann gleich am eingang direkt unter einer eismaschine klimaanlage einen platz angewiesen zu bekommen.
nö! so nicht.
you have to deal with the lady upstairs.
riet mir der platzanweiser als ich einen anderen platz forderte (der raum war noch leer – ich war so ziemlich bei den ersten zuschauern).
also noch mal zu miß „authentisch“ - und nach langem suchen („you are alone – the /better?/ places are for two or four.“) gab es dann doch einen anderen platz -
unter einer anderen eismaschine, seitlich auf höhe der bühne – und durch schlagzeug (vor mir) und keybord (neben mir) von den comedians getrennt.
super.
aber nochmal tauschen war selbst mir den aufwand nicht wert.
ich würde sowieso kaum einen witz verstehen – warum sollte ich dann noch gute sicht haben.

um mir innerlich halt zu geben, bestellte ich fries and cranberrysaft, der war schon in der uno „super lecker“ gewesen. das half auch erst einmal. dazu zog ich das gerade erworbene t-shirt über mein kleid und versuchte mich so weiter vor der klimaanlage zu schützen.
dann kam kevin. der dunkelhäutige schlagzeuger.
und ich rückte mit meinem kleinen tisch für ihn etwas zur seite.
nicht sehr ausbalanciert.
denn das fast volle glas ergoß sich auf das möbel und den boden und überhaupt.

zum glück noch vor beginn der veranstaltung.
so konnte noch gewischt und ein neues glas gebracht werden.

inzwischen hatte man auch eine junge dame (einzelperson like me) neben mich plaziert und wir hatten uns schnell über die „herausforderungen“ des ortes (keine sicht, arschkalt, superlaut – kevin!) ausgetauscht und eine schicksalsgemeinschaft gebildet.

dann gings los.
ein typ, der ersteinmal das publikum, white academics*, in das geschehen auf der bühne einbezog und später zwischen den einzelnen acts moderierte.
Und so alberte er mit kanadiern, australiern und engländern, um dann die frage nach weiteren ausländern zu stellen.
„germany!“
später war ich dann öfters mode.
so als es um trump und hoden ging - „and what think germans about balls?“
„they like balls – expecelly footballs“ brachte ich raus -
und fand mich kurz superschlagfertig, bis mir dann einfiel, daß der „football“, den ich meinte, soccer hieß …

in der pause sprach mich dann meine nachbarin an - „muß man hier zwei gerichte bestellen?“ - nach meinem vorlautem „germany!“ hatte sie gewußt, daß sie mit mir deutsch sprechen konnte. die sympathische junge frau kam aus leipzig. und berichtete, fast alles zu verstehen. im gegensatz zu mir.
ich verstand nur den juden und den schwarzen**. in teilen. die frau und den schwulen fast nicht. ja, die auftretenden comedians waren wirklich nach randgruppen politisch korrekt verteilt. vermutlich hatte the old white man in der programmmitte, der sich selbst als mainact (halbironisch?) beschrieb, latinowurzeln.
pussy-trump-witze wurden von allen – außer vom gay – gebracht.

nach der show unterhielt ich mich noch eine weile mit der leipzigerin, welche am nächsten tag in richtung westküste weiterreisen wollte und schlich (blasen!) dann schließlich zur u-bahn, um nach meinem ersten tag in manhatten endlich meine wunden zu lecken zu verpflastern und die beine hochzulegen.
______________________________________

* ich werde immer wieder selbstgebildetes kauderwelschenglisch verwenden.
** politisch korrekte sind nur konfliktscheu.

https://en.wikipedia.org/wiki/Comedy_Cellar
http://www.comedycellar.com/

 

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Artikel von SabineStrohem am 06.11.2016 21:44 Uhr
37 Leser, 45 Kommentare
Themen: fotos folgen, zahnarzt, klassentreffen

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Diskussion

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    JulinaJohnsJulinaJohns, vor 10 Monaten

    Re: die reise (7)

    Jeder erlebt NY anders, so unterschiedlich wir halt geprägt sind, deshalb auch keine Beurteilung des Inhalts von mir. ;-)
    Ich mag Deinen Schreibstil so sehr, weil Du diese sachlich-nüchterne, unprätenziöse Wortwahl knallhart durchziehst und mich dadurch zum lachen bringst.
    Danke dafür
    :-)
     
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    OpenSesameOpenSesame, vor 10 Monaten (Dieser Beitrag wurde von OpenSesame am 08.11.2016 08:28 Uhr entfernt)

    Beitrag entfernt

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    Kate_LemnisKate_Lemnis, vor 10 Monaten

    Liebe Frau Strohhalm aus dem Ostteil der Stadt,

    um mir innerlich halt zu geben, bestellte ich fries and cranberrysaft, der war schon in der uno „super lecker“ gewesen. das half auch erst einmal.
    du bestellst dir also wiederholt das Kindermenü um dich emotional zu stabilisieren, um gleich beim Anblick des nächsten gut aussehenden Mannes
    kevin. der dunkelhäutige schlagzeuger.
    wieder alles zu verkippen??? War es so schlimm im Osten?

    Und von wem lässt du dich beauftragen dich in den Comedy Cellar zu begeben, wo du wusstest,
    ich würde sowieso kaum einen witz verstehen – warum sollte ich dann noch gute sicht haben.
    Wieviel Subalternes haben die euch denn da in eurer Kindheit mitgegeben, du Arme?! Die Eiseskälte bekommt man ja gar nicht mehr aus den Knochen!

    Aber du warst ja ein Glück nicht allein, Leipzig was in the house too.
    inzwischen hatte man auch eine junge dame (einzelperson like me) neben mich plaziert und wir hatten uns schnell über die „herausforderungen“ des ortes (keine sicht, arschkalt, superlaut – kevin!) ausgetauscht und eine schicksalsgemeinschaft gebildet.


    Die Spuren der Kindheit kann man wohl nicht verpflastern, sie folgen einem scheinbar bis in die ferne Fremde an den Randgruppentisch.
     
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    transpa_rennt transpa_rennt, vor 10 Monaten

    Germany

    Du hast wirklich den Finger gehoben?

    Ich finde dich verdammt mutig. Auch so allein durch die Gegend zu lurchen, dich ins Comedy Cellar zu boxen.

    Weißt du, was heute Nacht passiert ist Frau Strohem?
    Ich habe von dir geträumt.
     
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    SabineStrohemSabineStrohem, vor 10 Monaten

    electionnight

    falls jemand noch vorbeigehen möchte:

    The Comedy Cellar & the FP Group Present:
    An Election Night Party - LIVE at the Village Underground
    Hosted By: David Rothkopf & Featuring the Live Election Commentary of A Great Group of Comedians, Journalists and Analysts

    An Election Night Party
    Tuesday, November 8th, 2016
    Showtime: 7:00 PM (seating @ 6PM)
    Price: $25

    The Comedy Cellar is proud to partner with, the Foreign Policy Magazine for a special Election Night party, in which FP CEO & Editor David Rothkopf will be joined by a rotating panel of the country's most prominent comedians, journalists, and special guests to announce the returns of the 2016 presidential and congressional elections. The program will feature active audience participation, live screens covering the election returns and social media commentary, stand up sets, pithy insights and, depending on the results, grief counseling or wild celebration.

    Our panel of experts will include:
    • David Sanger (Chief Washington correspondent, New York Times)
    • Ed Luce (Chief U.S. commentator/columnist, Financial Times)
    • Max Boot (Columnist, Foreign Policy)
    • Joanna Rothkopf (Features Editor, Jezebel)

    Comedians performing will include:
    • Dov Davidoff (Chappelle's Show, The League)
    • Nimesh Patel (Comedy Central’s 'Comics to Watch')
    • M ohamed Amer (Dave Chappelle Tours)
    • Joe Machi (Last Comic Standing, Jimmy Fallon)

    TICKETS: comedycellar.com/events/electionnight.html
     
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