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Deutscher Wohlstand?

Artikel von SavoirVivre48 veröffentlicht am 22.05.2017 09:50 Uhr

Heute gelesen bei baden-online
hier:http://www.bo.de/suche?searchstring=Herkunft+bedeutet+Schick sal

Es ist nicht so, dass die Menschen in unserem Land keine Probleme hätten. Hier werden sie aufgezeigt. Vor den Wahlen machen sich viele Parteien die Sorgen der Bürger zunutzen, leider sind oft Rattenfänger dabei und die Parteien, die diese Misère eigentlich sehen sollten, übersehen sie, weil es ihren Parteioberen zu gut geht und sie bereits dem Establishment angehören.

Weil immer schnell aktualisiert wird, habe ich den Beitrag hier einkopiert und stelle ihn zur Diskussion.

Gastbeitrag
Herkunft bedeutet Schicksal
22. Mai 2017

Im Alltag heißt das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit Ausgrenzung, sagt Ulrich Schneider, der Chef des Paritätischen Gesamtverbandes. In seinem Gastbeitrag für die Mittelbadische Presse prangert er die Ungerechtigkeiten in der deutschen Gesellschaft an. Er sagt: Wer diese als alternativlos hinnimmt, gibt sich politisch auf.

Eigentlich – diesen Standpunkt könnte man einnehmen – ist längst alles gesagt zum Thema sozialer Gerechtigkeit. Dass beispielsweise eine Altenpflegerin rund 200 Jahre arbeiten müsste, um das zu verdienen, was sich ein Vorstand eines mittleren Dax-Unternehmens in einem Jahr gönnt, ist ohne Zweifel ungerecht. Ungerecht ist auch, dass die gleiche Altenpflegerin selbst nach 40 Berufsjahren möglicherweise keine Rente in einer Höhe bekommen wird, die sie vor dem Gang zum Sozialamt bewahren würde, da sich das Rentenniveau im Gleitflug befindet.

Ungerecht ist es, wenn die kleine Rente unserer Altenpflegerin später voll auf die Altersgrundsicherung angerechnet wird, und sie feststellen muss, dass sie nun genauso wenig hat, als hätte sie nie gearbeitet. Unverschämt wird es, sollte dann auch noch irgendein Klugscheißer sie darauf hinweisen, dass sie ja hätte »riestern« können, staatlich gefördert, zu einer Zeit als sie aber ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen musste und sich mühte, vielleicht noch etwas für ihre Kinder beiseite zu legen.

Wir alle wissen um die schreienden Ungerechtigkeiten, die der Altenpflegerin widerfahren. Es ist die gleiche Ungerechtigkeit, die uns das Einkommen von Arbeitnehmern mit bis zu 42 Prozent versteuern lässt, während Superreiche, die von ihren Kapitalerträgen, sprich: von der Arbeit anderer leben, mit 25 Prozent Abgeltungssteuer davonkommen. Und es ist die gleiche Ungerechtigkeit, die völlig unverdientes Einkommen durch Erbschaften schließlich so gut wie gar nicht mehr besteuert.

Das alles ist nicht neu

Es ist im Grunde nur die Kehrseite der Tatsache, dass in Deutschland nach wie vor Herkunft für die meisten zugleich Schicksal bedeutet – für Demokraten und Menschen ohne Standesdünkel ein unerträglicher Umstand. Im Alltag heißt das Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit Ausgrenzung.

Das alles ist nicht neu. Genauso wenig wie das Versagen der neoliberalen Verheißungen, wonach es irgendwann allen gut gehen werde, wenn wir nur ein gerüttelt Maß an Ungleichheit zu akzeptieren lernten und unsere vermeintlichen »Leistungsträger«, Reiche und Superreiche nicht mit Umverteilungsdebatten quälten.

Kein Erkenntnisdefizit

Wir wissen mittlerweile: Die von Neoliberalen als quasi-natürlich und quasi-notwendig gepredigte Ungleichheit hat mittlerweile eine Dimension erreicht, die selbst bei naivsten Gemütern das Gefühl oder den Gedanken aufkommen lässt, dass dies beim besten Willen nichts mehr mit irgendeiner sozialen Gerechtigkeit zu tun haben kann. Stattdessen fliegt diese Gesellschaft geradezu auseinander.

Weder haben wir ein Erkenntnisdefizit, noch dürften sich irgendwelche ethischen Zweifel einstellen. Wir wissen um die Verteilungsungerechtigkeiten in diesem Land, die nicht Ergebnis irgendeiner anonymen Globalisierung, sondern Resultat politischer Entscheidungen ist, die fälschlicherweise als vermeintlich alternativlos durchgesetzt wurden.

Wer jedoch Ungerechtigkeit als alternativlos hinnimmt, gibt sich politisch auf. Wir haben selbstverständlich die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen. Wir können selbstverständlich für mehr soziale Gerechtigkeit und weniger Ungleichheit in dieser Gesellschaft sorgen. Deutschland ist die viertstärkste Volkswirtschaft auf diesem Globus. Die Stichworte und Konzepte aus dem Wahljahr 2013 gelten auch im Wahljahr 2017 noch. Es geht um eine Erbschaftssteuer, die ihren Namen verdient, es geht um die Besteuerung sehr großer Vermögen und von Kapitaleinkünften und es geht um die stärkere Heranziehung sehr hoher Einkommen zur Finanzierung dieses Sozialstaates. Doch braucht es dazu eine klare Linie, Konsequenz und den Mumm, Wahrheiten auszusprechen und sich auch mal mit dem einen oder anderen Vorteilsnehmer dieser Ungerechtigkeit anzulegen.
Autor:
Ulrich Schneider

 

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Artikel von SavoirVivre48 am 22.05.2017 09:50 Uhr
19 Leser, 18 Kommentare
Themen: Politik, Meinung, Ernst

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Diskussion

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    Cromagnon Cromagnon, vor 6 Monaten (geändert von Cromagnon vor 6 Monaten)

    Re: Deutscher Wohlstand?

    Über Ungerechtigkeiten zu klagen ist nett und ich kann das nur jedem raten, wenn er oder sie einen guten Eindruck machen möchte.

    Denn natürlich ist alles ungerecht. Warum kriegt ein zuverlässiger Malocher oder eine gute Altenpflegerin so wenig Geld? Müssten nicht diese Leute das Geld kriegen, das ein DAX-Vorstand verdient? Der CEO opfert sich in der Regel nicht so hin und wird in der Regel wohl auch älter als eine gewöhnliche arbeitende Person. Daran sieht man's ja. So ein DAX-Vorstand kriegt ein schönes Auto mit Chaffeur gestellt und darf beim Arbeiten lecker essen. Kündigungsfristen hat er eventuell nicht, aber dafür wird ihm beim Abgang die Nase vergoldet.

    Leider macht die Gerechtigkeitsklage ein paar schräge, weltfremde Annahmen. Ein Indiz dafür ist, dass sie sich gern auf den DAX-Vorstand stürzt und nicht auf den Spitzenfußballer oder auf den Film-Popmusik-Star. Denn diese Leute verdienen durchaus nicht weniger als so ein Vorstand. Nur wird darüber nicht geredet. Wieso denn nicht?

    Was hat der Fußballstar mit dem DAX-Vorstand gemeinsam? Meines Erachtens die Angst. Denn es ist ja nicht so als würden Aktionäre ihr Geld gern den Vorständen in den Rachen werfen. Dass sie es trotzdem tun, beruht auf Angst. Sie wollen den Besten für ihren "Verein" und wenn man das will, muss man zahlen. Ein unfähiger Vorstand kann all das kaputt machen, was Tausende fleißiger Arbeiter schaffen. Isso. Und wenn ein Fußballverein sich keine Weltstars besorgt, wird er wohl zweitklassig werden. Isso.

    Das ist nun mal das Problem mit der Gerechtigkeit. Wer Drittrangigkeit akzeptieren könnte, könnte auch gerecht sein. Und das wäre vielleicht besser. Ich wär nicht dagegen. Aber die gute SPD - nur so zum Beispiel - wird keine Drittrangigkeit akzeptieren mögen. Denn dann würde der Gabriel gerade wieder einen gewaltig-gewichtigen Spruch ablassen wollen, doch er säße nicht mehr zwischen den entscheidenden Leuten, sondern am Katzentisch neben Sierra Leone. Er kriegte nur einen mitleidigen Blick und man würde ihm bedeuten, dass er bei anständigem Verhalten wohl etwas Entwicklungshilfe mitnehmen könne.
     
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    blond-was-sollsblond-was-solls, vor 6 Monaten

    "Soziale Ungerechtigkeit"...

    beinhaltet vieles. Es ist sozusagen zu einem Schlagwort.
    Aber in erster Linie geht es doch darum, dass das monatliche Einkommen so sein sollte, das eben jedem Arbeitnehmer (gerade in bestimmten Berufen), nach berappen der Fixkosten mehr übrig bleibt als ein etwas höheres Taschengeld.
    Und das bei besserer Bezahlung dann gewollt auch mehr in die Rentenkasse fließt - ist die logische Konsequenz. Und das täte auch der jüngeren und nachfolgenden Generation gut. Und um das hinzubekommen,
    da muss die "S"PD allerdings noch einiges verbessern (und wieder lernen), um ihr "S" wieder mit Wahrhaftigkeit im Namenskürzel zu führen.

    Die C-Parteien, also die total dollen Christen und jetzt auch wieder die FDP, die im übertragenden Sinne immer noch der Meinung ist: "jeder ist seine Glückes Schmied" und unter sozialer Leistung sozusagen verstehen, lächelnd einen Euro in den Hut zu schmeißen, möchte ich gar nicht weiter erwähnen - und die faschistische AFD im Zusammenhang mit "Sozial" schon mal gar nicht.

    Ich meine abschließend mal so, nä
    Vielleicht schafft die "S"PD es ja in 4 Jahren. Immerhin - Ansätze sind ja da.
     
  • Einklappen
    Santa-GrausSanta-Graus, vor 6 Monaten (Dieser Beitrag wurde von Santa-Graus am 22.05.2017 13:27 Uhr entfernt)

    Beitrag entfernt

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