nathalynathalynathalynathaly

nathaly war seit über einem Monat nicht onlinenathaly

115 Jahre, weiblich
Leben

Freiheit - Gleichheit - Wirklichkeit !!!

nathaly

Vancouver Peace Summit (2009) - Educating the Heart and the Mind

Artikel von nathaly veröffentlicht am 15.08.2017 01:16 Uhr

anläßlich der ziemlich zähen und fruchtlosen diskussion über "inneres wachstum" im anderen blog gebe ich hier ein besseres beispiel, das in einem anderen zusammenhang zu mir kam.

das "Dalai Lama Center for Peace and Education" (eine "international charitable organization and education center" in Vancouver, Canada), gegründet 2005, beschreibt seine aufgabe als "educate the hearts of children by informing, inspiring and engaging the communities around them".

also genau mein thema: inneres (persönliches) wachstum anzuregen, damit die umgebung der einzelnen davon angesteckt wird.
wohl gemerkt: nicht als erstes lernen für das gehirn, sondern für das HERZ !!!

2009 organisierten der Dalai Lama und der buddhistische mönch Matthieu Ricard den "Vancouver Peace Summit" (Friedens-Kongress) mit lauter nobelpreisträgern als rednern:

Maria Shriver, Mary Robinson, Eckhart Tolle, Stephen Covey, Mairead Maguire,
Betty Williams, Jody Williams, Murray Gell-Mann und die Blue Man Group.

in verschiedenen talk-runden, u.a. "World Peace through Personal Peace" (weltfrieden durch persönlichen frieden),
"Nobel Laureates in Dialogue" (nobelpreisträger im dialog),
und "Educating the Heart" (das herz bilden),
debattierten die teilnehmer über spiritualität, wissenschaft, psychotherapie, künste, wirtschaft und bildung/erziehung.

dazu 5000 besucher.

- quelle
- eine der 9er-diskussionen

wenn ihr die aufruft, werden andere gespräche angezeigt.

z.b. Sir Ken Robinson über "school kills creativity"
was ähnliches mit übersetzung (20. min. TED talk) - witzig und sehr weise....

 

0
Punkte
Artikel von nathaly am 15.08.2017 01:16 Uhr
8 Leser, 12 Kommentare
Themen: inneres wachstum
Beitragsreihe: Frieden

Social Bookmark bei: Diese Seite zu Mister Wong hinzufügenGoogleStumbleUpondel.icio.usNetscapeyigg

Diskussion

  • Einklappen
    HOLZWURMDEHOLZWURMDE, vor 1 Monat

    METTA senden? meinst Du das

    May all beings everywhere
    share all our merits
    be peaceful and happy
    be free of all ignorance
    be free of all suffering, conflicts and all sorrows
    May
    all
    beings
    be
    fully
    enlightenend..
    be happy
    be happy
    be happy
    be happy
    be happy

    Do you know Buddha?

    Tja, nach einer mehrwöchigen Metta -Meditation, die laut dem indischen Lehrer ein klein wenig zum Frieden auf der Welt beitragen sollte, kam Afghanistan, Irak, ........und der PÄLZER auf dem USA-Präsis-Sitz




    oder das:


    Die Philosophie der Selbstorganisation

    (nach Erich Jantsch: Die Selbstorganisation des Universums)

    Inhalt

    Vorwort

    Dynamische Verbundenheit des Menschen mit der Evolution auf allen Ebenen bedeutet nicht Ausklammerung seines Denkens und Wirkens aus der Evolution und passives Geschehenlassen, sondern aktiven und koordinierten Einsatz aller geistigen F�higkeiten, die wir auf unserer Stufe der Evolution mitbekommen haben.

    Einleitung

    Wissenschaftlicher Reduktionismus f�hrt zu einer eingeschr�nkten Sichtweise auf die Prozesse der Evolution. Man sieht dann nur sich selbst regelnde Systeme, die sich in einer optimal angepassten Struktur stabilisieren. Evolution ist aber ein �ber sich selbst hinausweisender Prozess, der sich nicht in einer Struktur stabilisiert. Insofern ist eine v�llig neue, integrale Herangehensweise erforderlich, um Evolution zu verstehen. Makroskopische Dynamik komplexer Systeme, st�ndiger Austausch und damit Koevolution mit der Umwelt und Selbst�berschreitung evolution�rer Prozesse sind das spezifische Charakteristikum der Evolution.

    Selbstorganisation

    Die makroskopische Ordnung der Thermodynamik charakterisiert die Wendung vom statischen Strukturdenken zum dynamischen Prozessdenken mit der ihr eigenen Irreversibilit�t und "Ordnung durch Fluktuation". Sie f�hrt aber nicht zur Evolution, sondern zum Gleichgewicht.

    Dissipative Strukturen, die durch st�ndigen Energie- und Stoffaustausch ihr hohes Ungleichgewicht aufrechterhalten und sich autopoietisch erneuern, sind die Grundlage von Evolutionsprozessen auf allen Ebenen. Struktur und Funktion solcher Systeme entsprechen einander. Die Funktion des Systems f�hrt zur immerw�hrenden Wiederherstellung der Struktur und umgekehrt. Dieses Wechselspiel macht ein dissipatives System anf�llig f�r Instabilit�ten.

    Evolution�re Prozesse werden durch autokatalytisch verst�rkte individuelle Fluktuationen ausgel�st, welche die Instabilit�tsschwelle durchbrechen und neue komplexere Strukturen und Informationen erzeugen. Obwohl die Katastrophentheorie formal �hnliche Erscheinungen beschreibt, ist sie f�r die Erkl�rung von Evolutionsprozessen nicht geeignet, weil sie nur pl�tzliche qualitative Umschl�ge in vorgegebenen Systemstrukturen betrifft. Bei mikroskopischer Betrachtung wird die Fluktuation durch einen Zufall ausgel�st. Makroskopisch gesehen geht das System jedoch deterministisch, aber nicht eindeutig vorbestimmt, in einen neuen autopoietischen Zustand �ber, wenn die Fluktuation durch das alte System nicht stabilisiert werden kann. Makroskopisch verbleibt eine Unbestimmtheit in der Strukturbildung, die f�r den Verzweigungsbaum der Evolution charakteristisch ist, aber nach r�ckw�rts eindeutig verfolgt werden kann. Mit der Bildung der neuen Struktur ist gleichzeitig die Produktion neuer Information verbunden, die aber auch historische Erfahrung enth�lt.

    Die grundlegenden Evolutionsprozesse sind auf allen Ebenen der Evolution wesensverwandt und miteinander verschr�nkt, obwohl sie sich nicht aufeinander reduzieren lassen. Das Modell der Selbstorganisation und Evolution dissipativer Strukturen ist anwendbar auf physikalisch-chemische, auf biologische, auf soziobiologische, auf �kologische und auf soziokulturelle Systeme.

    Koevolution

    In der kosmologischen Evolution kommt die Verschr�nkung der Evolutionsebenen in der wechselseitigen und gleichzeitigen Koevolution des Aufbaus der Mikrostrukturen der Elementarteilchen und Atome mit der Entfaltung des Weltalls und der Entstehung der Galaxien und Sterne zum Ausdruck. W�hrend in den ersten Minuten nach dem Urknall durch die Ausdehnung und Abk�hlung des Universums in der Mikroevolution die physikalischen Urkr�fte und Elementarteilchen entstehen und sich Atomkerne bis zum Helium und Lithium bilden, tut sich in der Makroevolution des Universums weiter gar nichts. Nach einer Pause von etwa einer Million Jahren wird das Universum durch die Bildung von Atomen durchsichtig und es beginnt die Makroevolution mit der Kondensation von Gaswolken und die Bildung von Galaxien und Sternen unter der Wirkung der Gravitationskraft. Die Evolution der Galaxien und Sterne wiederum erzeugt die physikalischen Bedingungen, unter denen in den Sternen die schweren Atomkerne bis zum Eisen und in den Explosionswellen einer Supernova die schwereren Elemente bis zum Uran entstehen k�nnen und bringt damit die Mikroevolution wieder in Gang, ohne die Planetensysteme und damit die Bedingungen f�r die biologische Entwicklung nicht entstehen k�nnten.

    Auf der Erde ist die biochemische und biologische Evolution verbunden mit der Entwicklung der Erdoberfl�che, der Atmosph�re und der Biosph�re. Erst durch die T�tigkeit der Mikroorganismen wurde die Sauerstoffatmosph�re der Erde geschaffen und durch Oxydation die Erdoberfl�che v�llig umgestaltet. Nach der Evolution erster Lebensformen stagnierte die biologische Evolution �ber ca. 2 Milliarden Jahre, bis durch die Entstehung der Sauerstoffatmosph�re mit der Entwicklung mehrzelliger Pflanzen und Tiere die biologische Evolution wieder einen gro�en Aufschwung nahm.

    Die weitere Mikroevolution der Lebewesen �ber Prokaryoten, Eukaryoten, Pflanzen, Tiere und die Heterotrophie verl�uft parallel zur Entwicklung von Makrosystemen biosozialer Gemeinschaften und �kosysteme. Die stammesgeschichtliche Entwicklung der einzelnen Lebewesen wird dabei durch die Erfindung der Sexualit�t und die dadurch m�gliche selektive �bertragung historischer genetischer Erfahrungen bestimmt und von der Makroevolution von �kosystemen mit ihrer heterotrophen Vielfalt der Arten (einer frisst den anderen) begleitet. Sowohl die einzelnen Lebewesen (mikroskopisch) als auch die �kosysteme (makroskopisch) sind autopoietische Systeme, die auf ihre Selbsterneuerung mit minimalem Energieverbrauch ausgerichtet sind. Aber ihre Evolution beeinflusst sich wechselseitig. Die genetische Entwicklung der Individuen zeigt in der Phylogenese eine immer gr��ere Vielfalt der genetischen Anlagen, die in der Ontogenese erst durch die jeweilige Umwelt wieder spezifiziert werden. Dem gegen�ber sind bei den phylogenetisch �lteren Arten die soziobiologischen Verhaltensweisen st�rker genetisch fixiert und werden bei den j�ngeren Arten genetisch weniger gebunden und mehr durch kommunikative Lernprozesse individualisiert.

    Der Mensch entwickelt sich auf der Basis seines Zentralnervensystems in enger Verflechtung mit der soziokulturellen Entwicklung der Gesellschaft. Auf allen Ebenen der Evolution erfolgt die Verkopplung der Individuen �ber Metabolismus und Informationsaustausch. Die genetische Kommunikation wirkt in Zeitr�umen, die im Vergleich zur Lebensdauer der Individuen lang sind. Sie erm�glicht Phylogenese und koh�rente Evolution �ber viele Generationsfolgen. Metabolische (stoffliche) Kommunikation dient der inneren Steuerung der Organismen und ihrer Anpassung an die momentane Umwelt. Neurale Kommunikation erh�ht vor allem die Geschwindigkeit der Informationsprozesse und erm�glicht Antizipation (Voraussicht). Dabei entwickeln sich Gehirn und Geist in gegenseitiger Wechselwirkung auf der Basis der Prinzipien der Selbstorganisation. Auch hier gibt es keine fixierte Struktur, sondern Struktur, Prozess und Funktion bilden eine dynamische Einheit. Auf der untersten Ebene des Gehirn, das bereits bei den Reptilien ausgepr�gt wurde, erfolgen die unmittelbar mit der Auseinandersetzung mit der Umwelt verbundenen soziobiologischen Lern- und Steuerprozesse. Auf der mittleren Ebene der Gehirnprozesse werden die Abbilder der Au�enwelt reflexiv verarbeitet und in ein inneres Abbild eingef�gt, auf das zur effektiven Auseinandersetzung mit der Umwelt zur�ckgegriffen werden kann, wobei hier das emotional gesteuerte limbische System eine bedeutende Rolle spielt. Auf der dritten, selbstreflektiven Ebene der mentalen Prozesse werden vergangene Prozesse erinnert und mit aktuellen Bildern zu Zukunftsvorstellungen verbunden, die eine aktive Einwirkung auf die Umwelt erm�glichen. Auf dieser Ebene entwickeln sich Sprache und Kunst, ohne die eine soziokulturelle Evolution des Menschen nicht denkbar ist. W�hrend die vergangene Evolution eine Koevolution von Makro- und Mikroprozessen war, ist die kulturelle Evolution eine integrale Evolution, in welcher sich die Tendenz zur Individualisierung der kommunikativen Lernprozesse umkehrt und der Mensch seine Umwelt immer mehr nach seinem inneren Abbild umgestaltet und individuell Verantwortung f�r die Prozesse der Makroevolution �bernimmt. W�hrend scheinbar objektive gesellschaftliche Prozesse zur Stabilisierung ihrer Strukturen tendieren, entstehen durch die subjektive T�tigkeit des selbstreflektiven Geistes der Individuen jene Fluktuationen, die durch kollektive Verst�rkung das Durchbrechen der Instabilit�tsschwelle des Makrosystems bewirken und zur v�lligen Neugestaltung dieses Systems f�hren k�nnen. Voraussetzung f�r das Wirksamwerden solcher bahnbrechender Prozesse ist es, das der Mensch es lernt, die drei Ebenen seiner Gehirnt�tigkeit besser zu koordinieren und die vom limbischen System ausgehenden Blockierungen zu l�sen und die Evolution �ber sich selbst hinaus weiterzuf�hren.

    Systembedingungen der Evolution

    Wesentliches Charakteristikum der Evolution ist die st�ndige Selbst�berschreitung der ablaufenden Prozesse. Ihre Grundlage sind zyklische katalytische Prozesse mit autokatalytischen Bestandteilen, die als dissipative Systeme organisiert sind und durch Stoffwechsel oder reinen Energiedurchsatz in Bewegung gehalten werden. Je nach der inneren Logik, mit der unterschiedliche Typen solcher Prozesszyklen miteinander verbunden sind, kann das jeweilige Gesamtsystem auf ein Gleichgewicht zulaufen, als autopoietisches System einen linearen Produktionsprozess bewerkstelligen, exponentielles oder hyperbolisches Wachstum zeigen oder sein Wachstum nach Erreichen einer bestimmten Gr��e oder Menge durch ein Gleichgewicht zwischen Bildung und Zerfall einstellen. Dabei bewirkt die metabolische, energetische und kommunikative Verkopplung jeweils einiger, insgesamt aber aller an der Koevolution beteiligten Systeme ein st�ndiges und sich st�ndig ver�nderndes Ungleichgewicht aller Systeme, wodurch die Evolution niemals zum Stillstand kommt und durch den Zufallscharakter der Wechselwirkungen nicht vollst�ndig determiniert ist und in der Zukunft offen bleibt (Ultrazyklus). Die Gr��e und Komplexit�t der sich zyklisch reproduzierenden Prozesse und Strukturen ist dabei durch �u�ere und innere zuf�llige St�rungen begrenzt, wobei die Grenzen durch hierarchisch aufgebaute Strukturen aus sich wiederum autokatalytisch reprozierenden Teilsystemen, durch sich selbst kontrollierende Prozesse und durch sexuelle Rekombination gekoppelte Hyperzyklen immer weiter hinausgeschoben werden.

    In den vergangenen Phasen der Evolution war die zeitliche Kopplung im wesentlichen genetisch und die r�umliche Kopplung der Individuen metabolisch vermittelt, wobei ein wachsender Anteil von Informationen �ber die Zeiten hinweg auch metabolisch �bertragen wurde. (Trampelpfade, Nester, Kunstwerke, Bauwerke, B�cher). Mit der Sprache und in j�ngster Zeit mit Hilfe elektronischer Medien erh�ht sich die Kommunikationsgeschwindigkeit erheblich mit entsprechender R�ckwirkung auf die Evolutionsgeschwindigkeit. Zunehmende Komplexit�t der Prozesse ist auf konservative Speicherung von Informationen angewiesen, damit k�nftige Generationen auf die Erfahrungen fr�herer Generationen zur�ckgreifen k�nnen. Dabei bedient sich auch die schnellere neurale und elektronische Kommunikation der evolution�r entstandenen konservativen metabolischen Methoden der Informationsspeicherung.

    Koevolution vollzieht sich in 4 Stufen. Die Wechselwirkung einer dissipativen Struktur mit einer nicht-dissipativen Umwelt ist Interaktion. Sie vollzieht sich im Kognitionsbereich der dissipativen Struktur, den man auch als Nische bezeichnet. �berschneiden sich die Kognitionsbereiche zweier autopoietischer Systeme, so kommt es zur Kommunikation, einem Austausch von Stoffen und Informationen, ohne dass irgendeine gegenseitige Abh�ngigkeit der beiden Systeme entsteht. Diese Abh�ngigkeit bildet sich auf der n�chsten Stufe der Wechselwirkung, der Symbiose, bei der jedes der Systeme Produkte des anderen Systems verwendet und auf deren eigene Herstellung verzichtet. Dabei geht die Autonomie der einzelnen Systeme teilweise verloren, erh�ht sich aber meistens auf der Ebene des Gesamtsystems. Symbiose ist der erste Schritt einer hierarchischen Organisation. Geht die urspr�ngliche Autonomie der Systeme ganz verloren, so kommt es mit einer totalen wechselseitigen Anpassung zur Fusion (Endosymbiose). Wenn dabei in der Wechselwirkung zur �u�eren Umwelt nichts Neues entsteht, geht meist die Evolutionsf�higkeit des Systems verloren. Dies ist dann der erste Schritt zu seinem Tod.

    In der Verflechtung aller Ebenen der Evolution kann die Ontogenese von kosmischen Strukturen, Bioorganismen und �kosystemen im wesentlichen als die Evolution der Materie betrachtet werden, w�hrend die biologische und soziokulturelle Phylogenese die �ber Generationen reichende Evolution eines Informationssystems darstellt, das in seiner weiteren Entwicklung offen ist und in eher geistige Dimensionen transtendiert und wieder mehr Kopplungen mit kosmischen Prozessen herstellt.

    Evolution ist nicht nur � in mikroskopischer Sicht � der hierarchische, symbiotische Aufbau immer komplexerer Systeme und -- in makroskopischer Sicht � die innere funktionale Differenzierung und Stabilisierung autopoietischer Systeme, sondern auch die Weiterentwicklung der evolution�ren Prozesse, die Jantsch als Metaevolution bezeichnet. Dabei kann auf jeder Ebene der Evolution die Dynamik eines bestimmten Systems aus 3 Blickwinkeln betrachtet werden. Im Inneren jedes Systems laufen mikroskopisch zyklische Prozesse ab, die auf die Selbstreproduktion der dissipativen Struktur des Systems gerichtet sind. Makroskopisch ist jedes System eine autopoietische Struktur, die ihre Ordnung durch Energie- und Stoffaustausch mit ihrer Umwelt aufrechterh�lt und sich dabei an diese Umwelt anpasst und sich selbst entwickelt. Das betrachtete System ist dabei aus der Sicht des die Umwelt bildenden �bergeordneten System eines der Elemente, die im Zusammenwirken mit anderen Teilsystemen wiederum dessen Struktur aufrechterh�lt.

    Im Zuge der Metaevolution entstehen durch (Anagenese) aufeinanderfolgende zeitliche und r�umliche Symmetriebr�che auf jeder Ebene neue, emergente Systemeigenschaften, die durch die Kategorien Geschichtlichkeit, Metabolismus, Lineare Selbstreproduktion, Systemhafte Selbstreproduktion, Verhaltensanpassung, Realit�tsabl�sung, Neusch�pfung der Realit�t, Verantwortung gekennzeichnet sind und auf fortschreitendem Ausbau eines Systemged�chtnisses beruhen. Nach Rupert Riedl gilt dabei analog zum Energiesatz ein Satz zur Erhaltung der Quantit�t der Information des Kosmos (10^91 Bit), wobei diese Information lokal in immer weniger Entit�ten von immer h�herer Komplexit�t aufgewertet wird.

    Evolutionsprozesse sind r�umlich und zeitlich miteinander verschr�nkt. Jedes in der Gegenwart betrachtete System steht nicht nur mit allen anderen gleichzeitig existierenden Systemen in Wechselwirkung, sondern es hat einen in die Vergangenheit zur�ckreichenden "Stammbaum" aller der Prozesse und Ereignisse, die f�r seinen jetzigen Zustand Ursachen gesetzt haben. Gleichzeitig haben die in der Gegenwart parallel existierenden Systeme eine gemeinsame Wurzel, aus der sie sich entwickelt haben. Beide Bilder durchdringen einander und verlieren sich infolge des Zufallscharakters der Prozesse in einer endlichen Vergangenheit. Deshalb entstand das Bild eines sich selbstorganisierenden Wurzelgeflechts, das in der Vergangenheit abstirbt und in der Gegenwart f�r die Zukunft nachw�chst.

    Die Metaevolution darf aber nicht so verstanden werden, als w�rden die unteren Ebenen der Evolution mit der Zeit ihre Bedeutung verlieren oder in zunehmendem Ma�e von den hierarchisch �bergeordneten Ebenen gesteuert. Sie beruht im Gegenteil darauf, das sich die Systeme der unteren Ebenen spezifizieren, stabilisieren und autonom in die oberen Ebenen eingliedern, von denen sie h�chstens koordiniert werden und in denen noch h�here Potentiale f�r Innovationen vorhanden sind und selbst�berschreitend immer neue entstehen. Auch der Mensch kann nur als dissipatives System existieren, weil alle unteren Prozessebenen weiterhin autonom existieren und seine Lebensbedingungen reproduzieren. Die untergeordneten Systeme m�ssen dabei in der Lage sein, sich selbst�ndig auf die Ver�nderungen ihrer jeweiligen Umwelt einzustellen, die durch die T�tigkeit der Systeme der oberen Ebenen hergerufen werden. Das Gesamtsystem der Evolution aber wird dadurch in Bewegung gehalten, dass gerade auf den h�heren Ebenen die selbst�berschreitenden Prozesse der Evolution angesiedelt sind.

    Das gilt auch f�r die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse. Wenn, wie vielfach zu beobachten, auf den h�chsten Ebenen der staatlichen Organisation keine ausreichende Bewegung ist, stagniert das System, bis untere Ebenen die Stabilit�tsschwelle durchbrechen. Auf den h�chsten Ebenen der Evolution sind die den Wechselwirkungen der Systeme zugrundeliegenden Kr�fte und Prozesse prinzipiell nicht ausreichend erforscht und bekannt. Auch hieraus folgt die Unvorhersagbarkeit zuk�nftiger Entwicklungen.

    Selbstorganisation und Menschenwelt

    Wie in allen dissipativen Strukturen sind auch in der Menschengesellschaft die allgemeinen Gesetzm��igkeiten der Evolution erkennbar. Die statistischen Gesetze der gro�en Zahlen f�hren zur Stabilisierung der Strukturen und zum Einschwenken in ein Gleichgewicht, das nur durch st�ndige Fluktuationen durchbrochen werden kann. Je stabiler ein System bereits geworden ist, um so st�rkerer Fluktuationen bedarf es, um die Instabilit�tsschwelle zu durchbrechen. Diese Fluktuationen gehen vom Geist des Individuums aus und k�nnen nur durch Selbstorganisation in Subsystemen so verst�rkt werden, dass sie die stabilisierte Ordnung des Makrosystems in Bewegung bringen k�nnen. Die marxistische Revolutionstheorie entsprach dieser Erkenntnis nur zum Teil, betrachtete eine Revolution aber nicht als Fluktuation, sondern als Gesetzm��igkeit, in deren Folge ein neuer Gleichgewichtszustand eintreten m�sse, der sich letztlich �ber die ganze Welt ausbreitet. Die tats�chliche Entwicklung entspricht aber wesentlich besser einem Bild von statistisch verteilten Fluktuationen unterschiedlicher Art, die unterschiedliche Verst�rkungen erreichen, dadurch das Makrosystem zwar in evolution�re Bewegung versetzen, aber dessen Instabilit�tsschwelle noch nicht �berschreiten konnten. Die Tendenzen zur Stabilisierung des Makrosystems wirken deshalb weiter, auch in den Staatsformen parlamentarischer Demokratie, wie �berall un�bersehbar. Kultureller Pluralismus ist dennoch wesentlich besser geeignet, die Evolution der Menschheit weiterzutreiben, als die im realen Sozialismus gehabte Einheitsideologie mit ihrer Tendenz zur Stabilisierung zwar anders, aber auch hierarchisch strukturierter und zentral gesteuerter Systeme.

    Im Unterschied zur Ethik der Religionen, die auf Offenbarung beruht, und zur Ethik der westlichen Welt, die als Verhaltenskodex auf gesellschaftlicher Ebene fast nur darauf gerichtet ist, die freie Entfaltung des Individuums zu sichern, definiert Jantsch ethisches Verhalten als evolutionsgerechtes Verhalten und ver�ndert damit den Begriff einer absoluten Ethik und gibt ihm einen evolutionsinh�renten Charakter, der das Gebot zur Sicherung von Menschenrechten zu menschlicher Verantwortung erweitert. Dabei k�nnen ethische Werte auf jeder Ebene der Evolution durchaus unterschiedlich sein. Evolutionsgerechte, verantwortungsvolle Planung hat sich deshalb langfristig nicht auf die Verminderung von Unsicherheit, sondern auf die Vermehrung des Spektrums der Optionen auszurichten. Die Manager der obersten Ebenen m�ssten die beweglichsten sein, heute ist es vor allem in der Politik noch umgekehrt. Nicht neue Strukturen, sondern neue Prozesse sind zu planen.

    "Wie jedes dissipative Ph�nomen entfaltet sich Leben in einem Energiestrom, wobei es freie Energie in Entropie umwandelt." Zun�chst wurde dabei die aktuell von der Sonne zur Verf�gung gestellte Energie angezapft. Von der urspr�nglichen Einstrahlung von 173 x 10^15 Watt werden 52 x 10 ^15 Watt direkt reflektiert und 121 �ber Wasserverdampfung und die Wettermechanik in W�rme umgewandelt. Nur 95 x 10p^12 Watt werden �ber die Photosynthese in die Lebensprozesse investiert, von denen �ber viele trophische Ebenen hinweg 0,5 x10^12 Watt beim Menschen ankommen (1971). Bedeutend gr��er aber ist bereits der vom Menschen erzeugte technische Energiefluss von 10^13 Watt, der nur zum geringen Teil aus aktueller Sonnenenergie, zum gr��ten Teil aber aus den in der Fr�hgeschichte des Lebens im Kambrium angelegten fossilen Speichern stammt. Mit der Kernenergie werden noch fr�her in der Evolution des Planetensystems angelegte Energiespeicher nutzbar gemacht, bis schlie�lich mit der eventuellen Nutzung der Fusionsenergie die Energiereserven der Fr�hgeschichte der kosmischen Evolution nach dem Urknall zur Wirkung gebracht werden. F�r die Anagenese der Evolution bedeutet dies eine weitere zeitliche Verschr�nkung der unterschiedlichen Ebenen der Evolution mit der Vergangenheit.

    F�r die zuk�nftige Evolution der Menschenwelt zeichnen sich 5 Grundvarianten ab:

    Dominanz der Menschenwelt �ber die Umwelt mittels ihrer Umstrukturierung durch Technik, was ihre Kontrolle erleichtert, aber zu einem Gleichgewichtszustand f�hrt, in dem sich weder Umwelt noch Menschenwelt weiterentwickeln k�nnen.
    Anpassung der Eigenstruktur der Menschenwelt an die Umwelt, die m�glichst unver�ndert gelassen werden soll, ebenfalls mit dem Ziel eines Gleichgewichtszustandes ohne Weiterentwicklung.
    Symbiose mit der Umwelt durch Gestaltung von Kreisprozessen nach biologischem Vorbild mit Anzapfung des Energiestromes der Sonne. Diese Haltung betont Autopoiese, aber noch nicht Evolution.
    Evolution und Erschlie�ung neuer Entfaltungsm�glichkeiten durch Erweiterung der Umwelt, d.h. durch Kolonisierung des Sonnensystems und weiterer Teile des Weltraums. Dies bedeutet Kreation neuer Welten bis zur Neuerschaffung der Welt in der soziokulturellen Evolution.
    Evolution und Erschlie�ung neuer Nischen durch Erweiterung des Bewusstseins. Dies bedeutet Schaffung virtueller Welten durch Erweiterung der Informationstechnik in Richtung einer Informationsgesellschaft bis in heute noch nicht vorstellbare Bewusstseinsebenen.
    Von diesen 5 Varianten f�hren die ersten beiden zur Erstarrung das Lebens, die dritte zu einer harmonischen, autopoietischen Existenz ohne Evolution. Die letzten beiden charakterisieren die Offenheit der soziokulturellen Evolution, die der Menschheit eine sch�pferische Rolle bei der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft zuweist.

    Im Kapitel "Der sch�pferische Prozess" beschreibt Jantsch Selbstorganisationsprozesse bei der Entstehung von Kunstwerken und sch�pferischen wissenschaftlichen Werken sowie beim Kunsterlebnis, bei Ekstase, Meditation und religi�sen Ritualen in konkreten Beispielen, deren weitere Verk�rzung und Abstraktion wegen ihrer Offenheit nicht m�glich ist, jedenfalls von mir nicht geleistet werden kann. Nach Jantsch setzt der sch�pferische Prozess das "vielschichtige Vibrieren vieler Bewusstseinsebenen" voraus.

    Offenheit der Zukunft der soziokulturellen Evolution bei zunehmender zeitlicher Verschr�nkung mit der Vergangenheit durch Nutzung der Energiereserven und der gespeicherten Informationen fr�herer Evolutionsebenen kann auch als verstanden werden als Tendenz der Zunahme r�umlich-zeitlicher Durchdringung in pluralistischen Parallelprozessen, die sich mehr r�umlich auff�chern als zeitlich entwickeln. Diese Betrachtungsweise n�hert sich dann dem in den �stlichen Weisheitslehren verankerten zyklischen Entwicklungsprozess.

    Das Bed�rfnis nach Sinn ist ein Akt der Selbsttranszendenz und erweist sich als m�chtiger autokatalytischer Faktor in der Evolution des menschlichen Bewusstseins und damit in der Evolution der Menschheit �berhaupt. Das Gef�hl des Eingebettetseins in eine universale , zusammenh�ngende Dynamik sollte uns nicht nur die Furcht vor dem eigenen biologischen Tod nehmen, sondern auch jene Furcht, die das �berleben der Gattung als h�chsten Wert verteidigt. In der Selbsttranszendenz k�nnen wir nicht nur �ber uns selbst als Individuen, sondern auch �ber die Menschheit hinaus gelangen.

     
  • Einklappen
    SavoirVivre48SavoirVivre48, vor 1 Monat

    Re: Vancouver Peace Summit (2009) - Educating the Heart and ...

    Herzensbildung? Wen interessiert das schon und wer weiß, was man darunter versteht? Ich hatte es in meinen früheren Profilen (seit 2001) stehen - kein einziger Mensch hat mich darauf angesprochen. Ich vermute mal, dass es keiner weiß, was gemeint ist. Es gab sogar schon Leute, die den Begriff für ein "Naziwort" hielten.
    Der erste Mensch,der es mir gegenüber gebrauchte (übrigens eine Frau)im Jahr 1993, war bestimmt keine Nationalsozialistin.
     
Liebe Community, wir bedauern sehr Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir die Plattform geschlossen haben. Aus diesem Grund ist es nicht mehr möglich sich einzuloggen oder einen neuen Account zu registrieren.

Anmelden

Mitglieder

Fehlermeldung

Beiträge

Fehlermeldung

Kalender

Fehlermeldung

Klubs

Fehlermeldung