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USA - Ereignisse, die Bewußtsein, also "inneres" und "gesellschaftliches Wachstum" erzeugen

Artikel von nathaly veröffentlicht am 18.08.2017 12:28 Uhr

Denkmäler in den USA:
Rassisten werden vom Sockel gestürzt

Die Neonazi-Gewalt von Charlottesville hat Folgen: Im ganzen Land erhält eine Bewegung Auftrieb, die Sklaverei-Denkmäler nicht länger dulden will.

NEW YORK Die Bürgermeisterin von Baltimore ging voraus. In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Demokratin Catherine Pugh in dieser Woche vier Denkmäler demontieren, die dort zu Ehren von Militärs der Konföderierten und ihren UnterstützerInnen standen. Sie begründete es mit der Sicherheit ihrer Stadt. Nach Charlottesville will sie keine gewaltbereiten Denkmalschützer anziehen.

Dutzende weitere Städte überall in den USA werden es ähnlich machen. Und manche – darunter New Orleans, New York und Los Angeles – haben damit bereits begonnen.
In Baltimore denkt die Bürgermeisterin jetzt darüber nach, was sie mit den leeren Sockeln
tun kann. Eine Idee ist es, an Ort und Stelle zu erklären, was dort war und warum es verschwunden ist.

In Charlottesville hatten in der vergangenen Woche Neonazis demonstriert, weil auch in dieser Stadt ein Denkmal vom Sockel gestoßen werden soll. Ihre Gewaltorgie und die fehlende Distanz von US-Präsident gegenüber den Rechtsradikalen hat der Bewegung der Denkmalstürmer neuen Auftrieb gegeben. Es geht dabei um die amerikanische Geschichte und ihre Interpretation.

Der US-Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 hatte rund eine Viertelmillion Menschenleben gekostet. Baltimore stand offiziell auf der Seite der Union, jener Seite, die die Sklaverei abschaffen wollte und die gegen die Konföderiertenarmee aus den Südstaaten kämpfte. Doch auch in Baltimore – heute eine mehrheitlich schwarze Stadt – gab es Sklaverei, und auch aus Baltimore kamen Soldaten, die auf der Seite der Konföderiertenarmee kämpfen.

Eines der Denkmäler, das in Baltimore abmontiert wurde, ist eine doppelte Reiterstatue für zwei Könföderiertengeneräle: Robert E. Lee und Thomas Jonathan „Stonewall“ Jackson. Lee war selbst Sklavenbesitzer und hatte unter „seinen“ Sklaven den Ruf, einer der brutalsten Weißen überhaupt zu sein.

Die meisten Denkmäler stammen aus den Jahrzehnten nach dem Bürgerkrieg. In jenen Jahrzehnten, nach der Abschaffung der Sklaverei, siegten erneut die Rassisten. Sie schufen das Jim Crow genannte System von der „weißen Vorherrschaft“ (White Supremacy), in dem schwarze Menschen nur BürgerInnen zweiter Klasse waren. Wann immer in jenen Jahrzehnten AfroamerikanerInnen aufbegehrten, entstanden neben neuen rassistischen Gesetzen auch entsprechende Denkmäler.

Die Statuen für Lee, die zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Ende der 1940er Jahre gebaut wurden, waren vor allem Signale an eine selbstbewusster werdende afroamerikanische Bevölkerung. Besonders viele solcher Denkmäler entstanden nach den beiden Weltkriegen. Damals kamen afroamerikanische Soldaten, die in Übersee für die Freiheit gekämpft hatten, nach Hause zurück und wollten nun sich selbst befreien. Die Denkmäler wiesen sie in ihre Grenzen.

Der Denkmalsturm, der jetzt durch die USA geht, hat an den unwahrscheinlichen Orten begonnen:

New Orleans, einer der berüchtigsten Sklavenmärkte vor 1865, riss seine Konföderiertendenkmäler schon im April dieses Jahres ab.

In Durham, North Carolina, wo die Behörden noch nicht zu einem Beschluss gekommen sind, haben Antirassisten die Initiative ergriffen. Die junge Frau, die am Montag auf das Denkmal für den konföderierten Soldaten kletterte, sitzt jetzt im Gefängnis. Am Donnerstag standen Aktivisten Schlange vor dem Gefängnistor, um sich ihrerseits einzubuchten.

Und dat Trampel? Der meldete sich am Donnerstag per Twitter:
„Das Schöne, das aus unseren Städten und Parkanlagen entfernt wird, wird schmerzlich vermisst und niemals vergleichbar ersetzt werden können.“

Quelle

 

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Artikel von nathaly am 18.08.2017 12:28 Uhr
12 Leser, 3 Kommentare
Themen: bewußter werden
Beitragsreihe: Veränderungen

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Diskussion

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    Kate_LemnisKate_Lemnis, vor 1 Monat

    Re: USA - Ereignisse, die Bewußtsein, also "inneres" und "g...

    Natty, Liebes, Sklaverei- Denkmäler gibt es leider eher weniger im Verhältnis zu den Kriegshelden- und Landesverteidiger-Denkmälern, das ist so ein bisschen das Problem. Sie würden nicht so schön aussehen.
     
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    Cromagnon Cromagnon, vor 1 Monat

    Re: USA - Ereignisse, die Bewußtsein, also "inneres" und "g...

    Hauptsache man ist ein Held. Entweder im Krieg oder im Protest. Protest kann wegen viel netterer Anlässe sein uuuund ist meist weniger gefährlich. Das würde mir die Entscheidung erleichtern.

    Ins Gefängnis zu gehen ist mein persönlicher Trump - ähm - Traum. Eventuell sogar, wenn es nicht in der Zeitung stehen wird. Könnte zum inniglichen Wachstum beitragen ...

    Dass sich die Amis dermaßen wegen ihrer Helden entzweien müssen, ist ein Trauerspiel.

    Ich kann der taz nicht ganz folgen, wenn sie meint, dass die nach Kriegen errichteten militärischen Standbilder den besonders fiesen Zweck gehabt hätten, schwarze Krieger zu deckeln. Natürlich wundert man sich, warum nicht aktuellere Generäle verehrt wurden. Sofern man das überhaupt noch macht ...

    Dass es in Baltimore die Standbilder konföderierter Generäle gab, könnte ein Kompromiss gewesen sein. Weil die Stadt wohl einzig wegen des strategischen Geschicks der Union zu dieser gehörte. So waren die Standbilder eventuell mal eine Befriedungsmaßnahme. Lang nach dem Ende des Bürgerkriegs beschäftigte er noch immer und man wollte wahrscheinlich keine einzelne triumphierende Seite.

    Sicher ist nur, dass du eine Heldin bist, Nahty. Innerlich auf jeden Fall.
     
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    unvergesslicheunvergessliche, vor 1 Monat

    Re: USA - Ereignisse, die Bewußtsein, also "inneres" und "g...

    Ich würde es ja noch verstehen, wenn die afroamerianischen Amerikaner was gegen die Denkmäler hätten.

    Aber es sind zu einem großen Teil weiße Amerikaner, und dann noch voller Hass.
    Sie erinnern mich sehr an die hiesigen pollitisch Korrekten, denen man ein Verntil für ihre Aggressionen gegeben hat.

    Ich halte überhaupt nur ausgesprochen wenig von Denkmalstürmerei. Ja ,freilich hätte ich keine Lust auf Schritt und Tritt Büsten von Hitler oder Honecker zu begegnen, aber Denkmäler können ja auch zum Denken anregen, an vergangene Zeiten erinnern, ob nun im Guten, Schlechten oder Ambivalenten.

    Im Allgemeinen halte ich das für so verkehrt, wie die klugscheißerischen Diskussionen ob man einen Luther oder Wagner nun als Antisemiten verdammen müsste.
     
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