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Abschied von deiner Depression.

Artikel von prestidigitation veröffentlicht am 06.06.2016 20:35 Uhr

Es wird Zeit zu gehen, Zeit auch noch das letzte Stück loszulassen. Ich will sie nicht mehr hören, die billigen Ausreden, hinter denen du dich verschanzt wie hinter einer Wand aus Nebel. Ich hatte noch ein bißchen gewartet, dir quasi ein allerletztes Mal zugestanden, den Briefkastenschlüssel zu finden.

Ich will es nicht mehr sehen, dein Schwarz, das mein Grün, mein Blau und mein Gelb zerstört.

Nicht einmal den kleinsten Schutz hast du mir zugestanden - weil du so sicher bist, daß dein Schmerz der einzig wahre ist.

Mich nicht sehend, so daß ich mich irgendwann selbst nicht mehr gesehen habe.

Diese dauerhafte Weigerung, ohne vorherige Terminabsprache an´s Telefon zu gehen - damit nimmst du deinem Gegenüber auch jegliche Möglichkeit, den Schmerz und die Wut zu transportieren. Machst du das nur mit mir? Und wie stellst du dir dein Leben vor, wenn doch wieder Frühling wird? Wirst du Entschuldigungsschreiben formulieren, die du dann nicht abschickst? Oder dich doch lieber auf Depressionen herausreden, und die Vergangenheit ganz nach hinten schieben, um den gnädigen Schleier des Vergessens darüber zu breiten?

Und jetzt hast du geschrieben, daß du weißt, daß du mich verletzt und demütigst. Gegenwartsform. Als könntest du dein Verhalten so per se überhaupt nicht mehr kontrollieren.

Aber eine Krankheit ist keine Ausrede für alles

Das Leben besteht nicht aus Design, Adrenalin und dem passenden Soundtrack dazu.

Das ist nicht mein Leben. Ich möchte offen bleiben für alles und jeden. Weil weißt du, dann strahlen dich auch alte Frauen in der Bäckerei an. Das will ich mir nicht nehmen lassen - auch nicht von dir.

Ich gebe hiermit meine Sorgen über dich ab. An dich. Und dann werde ich mich selbst auf diesen Sockel stellen, mich um mich kümmern, wieder freuen, wieder lachen, wieder lieben.

Das wird nicht von heute auf morgen gehen. Und manchmal, werde ich wohl noch an dich denken.

Es ist kurz vor 12. Vielleicht warte ich noch 2 oder 3 Stunden, bevor ich das hier abschicke, um es noch ein oder zweimal zu lesen - auch als Abschied für mich.

Zum Schluß noch etwas, was ich noch schreiben möchte, weil ich es vielleicht schon zu einem früheren Zeitpunkt hätte formulieren sollen: der Mann, den ich kennen gelernt habe (und das meine ich ganz, ganz wörtlich), ist intelligent, witzig, versteht meinen Humor, sieht die gleichen Dinge wie ich, ist neugierig, besorgt um seine Kinder, durchaus attraktiv, kennt Waechters Käsekuchen (das war ein Doppelpluspunkt), kann mit dem Umstand leben, daß der sächsische Verfassungsschutz wahrscheinlich meine Handynummer hat, hat ein Rad im Schlafzimmer stehen (ja, auch das fällt unter Pluspunkte)..... ich glaube nur, daß er sich irgendwo unterwegs auf seinem Weg verloren hat. Lange bevor das Monster Depression sich eingenistet hat.

Und nein, ich kann dir nichts wünschen - da ich nicht weiß, was passend wäre.

A.(nach Diktat verreist)

 

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Artikel von prestidigitation am 06.06.2016 20:35 Uhr
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Diskussion

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    Alannah Alannah, vor 1 Jahr

    Re: Abschied von deiner Depression.

    ..... ich glaube nur, daß er sich irgendwo unterwegs auf seinem Weg verloren hat. Lange bevor das Monster Depression sich eingenistet hat.


    Es ist nicht herzlos gemeint, wenn ich denke, jeder hat für sein Leben die absolute Verantwortung und zwar ganz alleine.
    Das schließt alle Gefühle mit ein, die frohen, aber auch die verletzten und letztlich die ins Pathologische gerutschten: die depressiven.

    Natürlich gibt es Zusammenhänge im Außen, die nicht selten als Ursache betrachtet werden. In gewisser Weise ist das auch richtig und dennoch haben wir uns tief im Unterbewußten dafür entschieden, das alles zu erleben.
    Vielleicht nimmt das auch ein wenig die Schwere für den Betroffenen selbst, aber vor allem auch für die nächsten Mitmenschen.
    Wenn diese Mitmenschen sich vielleicht aus einem tiefen Mitgefühl heraus entscheiden, diesem Menschen zu helfen, was auch heißen kann, sich weiter von ihm zu entfernen, ist das in Ordnung ... genau wie der andere Fall, nämlich der, wenn man ganz gehen möchte.

    Was man selbst als richtig fühlt, IST in Ordnung, umso mehr, so es aus einem tiefen Bauchgefühl entsteht.

    Ich wünsche Dir und dem Betroffenen alles Liebe.
     
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    Nathaniel_Hawk Nathaniel_Hawk, vor 1 Jahr

    Re: Abschied von deiner Depression.

    Sich von einer Depression zu verabschieden verhält sich so als würde die Schwerkraft aufgehoben oder als würde die Schwerkraft nicht geben. Die Depression ist ein Bestandteil der menschlichen Masse, die im Verhältnis gleichbleibend zunimmt wie es Erdenbürger gibt. Bei sechs Milliarden Erdenbürger und jeder zweiter wäre glücklich würde die Hälfte der Erdbevölkerung schon sich als unglücklich bezeichnen. Würde jeder dritte sich als glücklich bezeichnen wäre zwei drittel der Menschheit unglücklich.

    Also muss per Definition jeder glücklich sein, damit ein Einzelfall beschreibt wie unbeschreiblich unglücklich sich jemand fühlt, der gerade jemand in seinem Leben verloren hat. Da aber sechs Milliarden Menschen einen biologischen Ursprung von zwei Personen haben, werden wir Vater und Mutter verlieren. Das Verhältnis zu einer Depression steht 2:1 im Leben. Stirbt man vor seinen Eltern würde das Potenzial einer Depression vervierfachen.

    Ein Abschied von einer Depression ist perse möglich, da entweder der Vater- oder die Mutter emotional nicht nahe genug standen.

     
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    milongamilonga, vor 1 Jahr

    Abschied von deiner Depression durch Freunde und Familie

    Inklusion oder Euthanasie oder Familie?

    Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.

    Im antiken Griechenland – wie auch in anderen Kulturen – wurde zwischen zwei Arten des Todes unterschieden: einem Tod, der „an der Zeit“ ist, wie etwa auch der Schlaf (Hypnos), und einem vorzeitigen Tod (Thanatos, der „Zwillingsbruder“ von Hypnos[1]), der die Menschen aus dem Leben reißt (ker). Der Begriff der „Euthanasie“ bezog sich ursprünglich auf den „thanatos“-Tod

    Ob Euthanasie in der Antike praktiziert wurde, kann die Medizingeschichte nicht mit Sicherheit bestätigen. Platon vertrat die Meinung, ärztliche Behandlung müsse eingestellt werden bei Kranken mit fehlender Lebenskraft, da solche Hilfe nichts nütze und dem Staat sogar schade (Politeia 407). Zudem liest man im Hippokratischen Eid vom Verbot der Ärzte, tödliche Mittel zu verabreichen, was Rückschlüsse auf eine gewisse Praxis zulässt. Unter Frauen, Kindern, Sklaven und Ausländern kann Euthanasie stattgefunden haben, da diese nicht wie Vollbürger gesehen und daher eher gesundheitlich vernachlässigt wurden.

    Die Familie bündelt biologisch und sozial viele Funktionen:

    Die „Sozialisations“funktion (auch: erzieherische Funktion) der Familie besteht in ihrer Fähigkeit zur sozialen Kontrolle, zur Erleichterung der Sozialisation und in der Formierung von Motivationen und Fähigkeiten von Heranwachsenden. Sie bildet ein erstes dichtes soziales Netzwerk bereits für den Säugling und bildet Kinder und Jugendliche auch primär aus. Die Familie ist sozialer Raum für Geborgenheit, Wachstum, Entwicklung und als solcher mit entscheidend für die Entwicklung von Kompetenzen und Handlungspotential der nachfolgenden Generation.

    Ich bin gegen eine Übertragung der Verantwortung für (pschisch ) Menschen von der Familie auf die Gesellschaft. Man kann sich helfen lassen und Unterstützung holen. Aber alles darüberhinaus ist verrückt und egoistisch. Man mag den Menschen gesund - ist er krank, wird er abgeschoben in eine Institution - da hört die Menschlichkeit m.M. nach auf.
     
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    kein FotoHasenfuss0, vor 1 Jahr

    Re: Abschied von deiner Depression.

    womöglich ist "seine" depression gar nicht seine

    neue erkenntnisse verweisen unter berücksichtigung von familienaufstellungen und anderem darauf dass ein mensch meist die anteile seiner vorfahren auslebt während seine eigenen anteile nur verdeckt bleiben

    dna untersuchungen von abertausenden menschen haben die erkenntnis erbracht dass kriege noch generationen später die seelen der nachkommen beschäftigen
    indigene kulturen sagen das schon lange:

    "bleichgesicht sprechen mit gespaltener zunge"
    nicht nur in einer dimemsion zu betrachten
    die zweite dimension heißt zb dass hinter der gespaltenen zunge die gespaltene persönlichkeit steckt

    und es gibt viele weitere dinge die man zb in den foren der hans-prinzhorn-klinik nachlesen darf
     
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    Cromagnon Cromagnon, vor 1 Jahr

    Re: Abschied von deiner Depression.

    Ich glaube, dass es in einer Beziehung nur in selteneren Fällen Recht oder Unrecht gibt. Allerdings hat man es ja so nööötich, Recht zu haben. Dann man muss sich's wohl - zumindest vorübergehend - einbilden.

    Wenn man einen Krüppel mag, muss man sehen, ob das für einen geht. Es kann besser als normal sein und es kann schlechter als normal sein. :-)

    Was mich an dieser depressiven Verkrüppelung ein wenig zweifeln lässt, ist die scheinbare Gespaltenheit. Also dieser Anschein als wolle da jemand seine Ruhe und gleichzeitig nicht loslassen. Das kommt mir furchtbar normal vor, :-))
     
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    lunaluis lunaluis, vor 1 Jahr

    Manchmal

    muss man die Notbremse ziehen um nicht selber in tausend Teile zu zerspringen.

    Manchmal muss es sein - wie du bereits anmerktest -> Selbstschutz.

    Schön, hier endlich wieder so etwas lesen zu können. Erinnert mich an alte Zeiten...
     
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    kein Fotomichyes, vor 1 Jahr

    Re: Abschied von deiner Depression.

    Nein, Krankheit ist keine Ausrede. Aber wer unter Depressionen leidet, muss das erstmal selbst anerkennen, um sich dann in professionelle Hände begeben zu können. Vielleicht muss man dazu erst ganz unten angekommen sein. Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass man mit Depressionen keine und zwar wirklich überhaupt keine Beziehungen eingehen kann und sollte. Ob man es danach je wieder können wird – keine Ahnung. Ich kann es jedenfalls nicht mehr.
    Viel Glück für Dich.
     
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